„Wir alle sind anders und doch gleich viel wert!“ – 10 Jugendbuchtipps mit mehr Repräsentation


Neulich haben wir eine Sammlung von Kinderbüchern mit mehr Diversität für euch zusammengestellt. Heute folgt etwas für die älteren Kids, nämlich 10 Jugendbuchtipps mit mehr Repräsentation!

Ich liebe Jugendbücher. Selbst als großes Kind lese ich sie noch sehr gerne, deshalb gilt diese Empfehlung nicht nur für den Nachwuchs, sondern auch für Eltern. Und da ich in den letzten zwei Jahren sehr viele Jugendbücher gelesen habe, um mir mich in den „jugendlichen“ Schreibstil für mein eigenes Buch „Zwischen meinen Worten“ zu finden, habe ich mich für Bücher entschieden, die ich fast alle gelesen habe und euch sehr ans Herz legen kann.

Jugendbücher sind nämlich mehr als bloß der typische Pubertätswahnsinn und Liebeskummer. Euch erwartet eine Sammlung von Protagonisten, die unsicher und psychisch krank sind; aber auch welche, die diskriminiert werden und/oder homosexuell sind. Mir ist die Repräsentation solcher Figuren immens wichtig, denn das Leben ist nicht immer nur Friede-Freude-Eierkuchen. Vor allem nicht für Teenager.

Und zur Transparenz, wie immer: Dieser Beitrag ist nicht gesponsert, enthält aber affiliate Links, also Werbung!

Hier sind 10 Jugendbuchtipps mit mehr Repräsentation:

1. Den Mund voll ungesagter Dinge – Repräsentation von Homosexualität

Starten wir mit einem Buch, das ich erst neulich über Weihnachten gelesen habe. Sophie ist kein Mensch der vielen Worte. Vieles, wie ihr Umzug nach München, geht ihr gewaltig gegen den Strich. Ihr Mund ist voll ungesagter Dinge, doch das ändert sich, als sie ihre Nachbarin Alex kennenlernt, welche Gefühle in ihr weckt, die sie nie zuvor gefühlt hat…

2. Die Stille meiner Worte – Repräsentation von Trauma

Dieses Buch mag ich deshalb so sehr, weil die Protagonistin wegen eines traumatischen Erlebnisses nicht sprechen kann, und die Handlung trotzdem aus ihrer Sicht erzählt wird. Der Leser taucht in ihre Gedankenwelt ein, lernt sie kennen und verstehen – und das, obwohl sie kein Wort spricht…

4. Dear Evan Hansen – Repräsentation von Einsamkeit und Suizid

Diesen Klassiker kann ich euch ebenfalls ans Herz legen, denn trotz des schweren Themas enthält es viele absurd-witzige Passagen und geht mit dem Thema Suizid sehr sensibel um. Evan Hansen ist zudem eine Figur, in die sich viele Jugendliche, die als „Loser“ abgestempelt werden, sicher gut hineinversetzen können…

4. The Hate You Give – Repräsentation von Rassismus und Polizeigewalt.

Diese Empfehlung hatte ich bereits in den Filmtipps mit mehr Repräsentation für euch vorgestellt, aber weil ich das Buch genauso toll und wichtig finde, folgt es auch hier. Rassismus und Polizeigewalt ist in den USA ein Alltagsding. In der Geschichte wird die Protagonistin Starr Zeugin eines polizeilichen Gewaltverbrechens, und muss entscheiden, was sie tun soll: Den Mund halten und das Leid ignorieren, oder den Mund aufmachen und Probleme mit dem Drogenklan in ihrem Viertel riskieren…

5. Mein Sommer auf dem Mond – Repräsentation von psychischen Krankheiten und dem Klinikalltag

Die Autorin Adriana Popescu gehört zu meinen deutschen Lieblingsautorinnen, weil sie einen wunderschönen Schreibstil hat und besondere Figuren erschaffen kann. Fritzi, Bastian, Tim und Sarah lernen sich in einem Therapiezentrum auf Rügen kennen und haben alle ihr Päckchen zu tragen. Einen Sommer lang verbringen sie zusammen und lernen einander WIRKLICH und viel mehr ihre WAHRES SELBST kennen…

6. Wenn Worte meine Waffe wären – Repräsentation von Diskriminierung, Rassismus und Homosexualität

Muslimisch zu sein und mit einem Kopftuch durchs Leben zu laufen, ist nicht leicht. Das weiß auch Sheherazade, die mit ihrer Familie nach Dänemark geflüchtet ist. Obwohl sie einen eigenen Willen hat und genau weiß, was sie will, ist ihre Familie seit ihrer Flucht sehr konservativ, und hat bestimmte Pläne für ihre Tochter. Sheherazade flüchtet sich in ihre Poesie, in der sie sich und ihre Gedanken ausdrücken kann. Und als sie sich zum ersten Mal verliebt, steht ihre Welt völlig Kopf!

7. Eleanor und Park – Repräsentation von Mobbing und häuslicher Gewalt

Machen wir weiter mit meinem Liebling der Reihe. Hach ja, Eleanor und Park. Spoiler Warnung: Euch erwartet eine zuckersüße Liebesgeschichte von zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten! Eleanor und Park sind nämlich beide nicht gerade das, was man „beliebt“ nennt, vor allem nicht Eleanor, die für ihr Gewicht, ihren Style und ihre harsche Art gehänselt wird. Aber Eleanor ist auch kein normales Kind mit einer normalen Familie. Zu Hause ist einiges los und das traut sie nur einem Menschen an, Park…


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8. Nachtblumen – Repräsentation von Therapie, Angststörungen und Traumata

Auch dieses Buch empfehle ich euch von Herzen! Ich muss gestehen, dass sich der Anfang ein wenig für mich hingezogen hat. Aber kaum war ich drin, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Woaaah, was war das für ein Buch! Und was für eine Entwicklung der Protagonistin Jana…

9. Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben – Repräsentation von Depression als ernstzunehmende Krankheit

Dieses Buch habe ich noch nicht gelesen, aber es wurde mir von sehr vielen schmackhaft gemacht. Das „Besondere“ an dem Werk ist, dass der Autor selbst der Protagonist seiner Handlung ist. Er schreibt von der lebensgefährlichen Krankheit seiner Depression, und wie er sie besiegt hat. Da es leider keine Seltenheit ist, dass bereits Teenager an Depressionen erkranken, wollte ich dieses Buch unbedingt auch in die Sammlung einbringen!

10. Love, Simon – Repräsentation vom Homosexualität

Zum Abschluss folgt ein Buch, dessen Titel ihr vielleicht kennt. Vor Kurzem wurde das Buch verfilmt und zurecht preisgekrönt. Das Buch, eigentlich unter dem Titel „Nur drei Worte“ veröffentlicht wurde, ist aber mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser als der Film! Zwar habe ich bereits einige Bücher mit Homosexualität in diese Liste gepackt, aber noch keins mit einer Beziehung unter Jungs. Ihr wisst selbst, wie viele kreative Beleidigungen es für homosexuelle Paare gibt. Schwule Jungs werden leider noch mehr diskriminiert als Mädchen (die leider auch sehr viel abbekommen), deshalb wünsche ich mir, dass mehr Menschen diese wunderschöne Liebesgeschichte von Simon und Blue lesen!

Und das waren meine 10 Jugendbuchtipps mit mehr Repräsentation!

Habt ihr noch mehr Jugendbücher mit Repräsentation auf Lager? Dann her damit, ich bin immer auf der Suche nach neuem Lesestoff! Sagt mir außerdem doch gern, ob ihr die Bücher schon kanntet oder nicht. Mich würde nämlich sehr interessieren, wie allgemein bekannt Bücher mit Repräsentation sind!

Hier nochmal unsere Kinderbuchtipps mit mehr Repräsentation!

Wir sind alle anders und doch gleich viel wert – 10 Kinderbuchtipps mit mehr Repräsentation von Andersartigkeit

Liebe Grüße
Mounia

PS.: Hat euch das gefallen? Dann merkt es euch!

PS.: Kennt ihr eigentlich schon mein Buch Zwischen meinen Worten? Dort versuche ich ebenfalls Repräsentation für Jugendliche zu schaffen, die an psychischen Krankheiten, wie Depressionen, Essstörungen, oder aber Rassismus konfrontiert sind!


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Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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4 Kommentare

Noctana
Antworten 2. Februar 2020

Hallöchen,

ich kann da „Der Axolotlkönig“ von Sylvia Rieß (Cybermobbing), „Unter schwarzen Federn“ (Suizidversuch, Jugendpsychiatrie, als Folge von Mobbing und emotionaler Vernachlässigung) und „Unter pinken Sternen“ (Obdachlosigkeit) von Sabrina Schuh empfehlen.

Liebe Grüße

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