Warum manchmal schnelle Hilfe wichtig ist! Einige Erklärungen für die Aktion #BlümchenfürDarksun


Ihr Lieben, erstmal ein gaaaanz dickes Dankeschön für die unglaublich liebe Teilnahme an der Aktion #BlümchenfürDarksun! Ihr seid großartig! Wir haben nach einem Tag schon über 700 Euro: Ihr gebt Darksun wieder Hoffnung. Und es ist für einen depressiven Menschen so schwer, Hoffnung zu entwickeln…

Danke auch für die lieben Kommentare, für die vielen Herzchen und Däumchen, für alle Aufmunterung. Würden doch alle depressiven Menschen so lieb behandelt.

Das tut einfach gut. Außerdem sorgt auch jedes Like, jedes Kommentar für mehr Reichweite.

Wir haben auch einige Anmerkungen bekommen und Fragen, wie nachhaltig eine solche Hilfe sein kann.

Das alles ist gut gemeint, und zeigt, dass Menschen kritisch überprüfen, ob eine Spendenaktion wirklich Sinn macht! Ein gutes Recht. Auch diese Kommentare sorgen dafür, dass mehr Menschen sich mit dem Thema beschäftigen. Danke!

Daran haben wir gemerkt, dass wir mit den Erklärungen nicht alles abgedeckt haben.

Wir wollen hier etwas besser aufklären und erklären.

Mir, Béa, haben einige gesagt, dass ich besser daran täte, mit Darksun zu allen Ämtern zu gehen und zu einer Schuldnerberatung. Naja, hier meine Antwort, die ich auch bei Facebook gepostet habe:

„Noch mal ganz kurz für alle, die mir (Béa) raten, dass ich Darksun lieber bei Ämtern und Co begleiten sollte. Ich als jemand der helfen möchte (nein, ich bin nicht die beste Freundin, ich kenne sie nur persönlich und kann garantieren, dass sie ein guter Mensch ist!) wäre einfach ein einzelner Mensch, der seine Einzelmensch-Kraft, die woanders auch noch gebraucht wird, im Einzelgang einsetzen müsste. Das dauert lange, und braucht einen enormen Einsatz einer Person, nämlich meiner, die oft schlichtweg nicht vor Ort ist! Natürlich muss Depressiven auch bei all diesen Schritten geholfen werden, weil sie für jemand in Hoffnungslosigkeit kaum zu schaffen sind.

Der Sinn einer Spendenaktion ist ein anderer: Schnell zusammen mit ganz vielen eine Lösung für ein scheinbar unlösbares Problem finden, das eine schnelle Linderung in einer Verzweiflungssituation bringt – damit die Betroffene wieder zu Kräften kommt und sich selbst helfen kann.

Und Darksun selbst hat auch noch einiges geschrieben, damit man ihre Situation besser nachvollziehen kann:

„Um Béa ein wenig zu entlasten – vielleicht versteht der eine oder andere es dann auch besser, hier noch einige Worte von mir. Vorab, ich habe nicht alle Kommentare bei Facebook gelesen, die ganz kritischen könnte ich auch nicht vertragen. In einer schweren Depression kann man nicht alles verarbeiten und zerbricht auch noch ein Stück weit mehr daran. Aber hier einige Aspekte, die man dazu verstehen muss:

1. Ich suche seit 2 Jahren bezahlbaren Wohnraum! Aber leider findet sich bis jetzt nichts oder die Vermieter wollen mich in meiner Situation nicht in der Wohnung haben. Ja, ich hatte mir eine günstigere Wohnung gesucht. Leider ging das über eine Genossenschaft und erst bei Unterzeichnung des Mietvertrages wurde mir mitgeteilt, dass ich die Kaution nicht in 3 Raten zahlen kann (wie üblich), sondern sofort auf den Tisch legen muss.  Zusätzlich dazu wären 2 doppelte Mieten fällig gewesen. Das wären auf einen Schlag insgesamt fast 5000 Euro gewesen, die ich aber nicht hatte. Aus diesem Grund ist das gescheitert.

2. Ich habe seit 26 Jahren eine chronische Depression (auch mit guten Phasen) und bin schon lange in Behandlung, habe auch viele Medikamente versucht. An dieser Stelle möchte ich aber, auch für andere Betroffene darauf hinweisen: „Geh und suche dir Hilfe“ ist leider für einen depressiven Menschen nicht umzusetzen. Besser wäre ein „Wie kann ich dir helfen? Benötigst du Hilfe, um dir Hilfe zu suchen?“ (Übrigens danke an diejenigen, die das konkret angeboten haben!)

3. Eine Depression ist eine schwere Krankheit und keine faule Ausrede, damit man nicht mehr arbeiten kann und dann vom Staat lebt oder über Crowdfunding Hilfe benötigt. Ich habe mein Leben lang gearbeitet und jeweils ein Jahr nach der Geburt meiner Söhne wieder Vollzeit.

4. Diese Aktion ist nicht nachhaltig. Meine Existenz ist gerade bedroht und ich kann nicht mehr klar denken. Das Ziel und der Gedanke von Béa sind einfach: Erstmal das Feuer löschen und danach mit den Aufbauarbeiten beginnen. Jetzt brennt es akut, wie soll ich da irgendwas planen?

5. Um meine Situation komplett zu erklären, müsste ich Seiten füllen. Fakt ist, ich bitte ungern um Hilfe!

6. Bin ich sehr dankbar für jeden Cent, der bis jetzt zusammengekommen ist und vor allem für jedes nette und motivierende Wort.“

In diesem Sinne, vielleicht macht das – und meine Zeichnung – etwas verständlicher, warum wir uns an euch um Hilfe wenden. Jeder Euro hilft, und wenn ganz viele teilen und nett kommentieren, kommt das zusammen, was das Internet zu einem guten Ort macht.

Übrigens: Ich habe selbst mit 30 Euro losgelegt. Nach jeden 50 Spenden lege ich jedes mal noch mal 50 Euro rein. Ist das ein guter Deal?

Und wer nur Paypal kann, bitte uns extra ansprechen. Wir können das schon direkt entgegennehmen.

Vielen lieben Dank, und lasst uns weiter helfen, jeder, wie er kann!

HIER GEHT’S ZU LEETCHI

… und ihr könnt spenden – wenn wir euch überzeugt haben.

Liebe Grüße,

Béa

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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