Sieben Ideen für ein besseres Körpergefühl bei Kindern


Wie kann ein gutes Körpergefühl bei Kindern entstehen? Sich im eigenen Körper wohl zu fühlen ist die Voraussetzung für ein gesundes Selbstbewusstsein. Dieses Gefühl des Wohlfühlens entsteht durch den Zuspruch, den Kinder erhalten. Das kommt nur durch bedingungslose Liebe – zum Kind, aber auch zu seinem Körper und zu euerem Körper selbst. Hm? Etwas kompliziert?

Eine komplette Analyse, was unser Verhältnis zum Körper beeinflusst, ist eigentlich viel zu umfassend. Aber einige Tipps sind bestimmt willkommen: Bestärkt eure Kinder in allem, was sie spüren und entdecken wollen! Besonders wichtig sind hierbei die Sinne. Kinder hören, fühlen, schmecken, riechen und ertasten ihre Welt und sich selbst. Gebt ihren Sinnesorganen möglichst viel Nahrung: schmust, kuschelt, lacht, singt, tanzt, rauft, kullert und schreit mit ihnen um die Wette. Jedes Kind ist tolla – egal ob lang oder breit, klein oder groß, rund oder eckig, laut oder leise, frech oder zurückhaltend! Hier sind noch mal einige Anregungen, was ihr konkret machen könnt, um ein gutes Körpergefühl zu fördern, jenseits von Ernährungstipps, die wir ja schon mal hatten…

… und jenseits des universellen Tipps, der nicht oft genug wiederholt werden kann: RAUS IN DIE NATUR!

Also, hier sind meine Ideen für ein besseres Körpergefühl bei Kindern:

1. GEBT BEWEGUNGEN TIERNAMEN!

Macht ein Spiel mit euren Kindern: Probiert doch mal einen Känguru-Weitsprung aus oder ein Leoparden-Wettrennen! Wie fühlt es sich an, wenn man sich wie eine Schlange über den Boden schlängelt oder wie ein Pinguin watschelt? Fragt euch: Wie viel Kraft habe ich? Was traue ich mich, wovor habe ich Angst? Ihr ahnt gar nicht, was für lustige Situationen hier entstehen!

2. ÖFTER MAL ETWAS UNGEWOHNTES TUN!

Das schult das Körpergefühl. Wie wäre es, mal mit den Füßen zu malen oder zu schreiben? Oder wie fühlt es sich an seitwärts statt geradeaus zu laufen, nur die Hacken statt den ganzen Fuß aufzusetzen? Solche Dinge auszuprobieren stärkt nicht nur die eigene körperliche Wahrnehmung, sondern auch die Lachmuskeln.

3. RÜCKENMALEREI!

Zeichnet mit dem Zeigefinger geometrische Figuren, Tiere, Buchstaben, Zahlen oder andere Dinge auf den Rücken eures Kindes und lasst es erraten, was ihr aufgemalt habt. Und danach seid ihr natürlich mit dem Raten dran!

4. MEHR KUSCHELN!

Schmusen und kuscheln macht nicht nur Spaß, sondern ist auch unheimlich gesund! Eine kräftige Umarmung, das Kitzeln am Bauch, eine sanfte Massage usw. helfen, den eigenen Körper wahrzunehmen und zu genießen. Und nicht nur das: Streicheleinheiten sind obendrein das beste Rezept für eine gesunde Kinderseele!

5. REDET ÜBER DIE SINNE!

Der Mensch hat fünf Hauptsinne: Tasten, Sehen, Hören, Riechen und Schmecken. Wir nehmen sie über unsere Sinnesorgane wahr. Tasten tun wir meist mit den Händen, doch nehmen wir Berührungen über unsere gesamte Haut wahr. Wir sehen über unser Sinnesorgan das Auge. Das hat nämlich sehr viele Sinneszellen mit denen wir sowohl farbig als auch bei Dämmerung schwarz-weiß sehen können. Mit dem Ohr hören wir Geräusche und können so laute von leisen und hohe von tiefen Tönen unterscheiden. Gute wie auch schlechte Gerüche nehmen wir über die Nase wahr und können sie unterscheiden. Das Schmecken tun mir mit unserer Zunge, mit der wir beispielsweise Süßes von Saurem unterscheiden können. Hätten wir die Zunge nicht, würden uns Süßigkeiten also nicht so gut schmecken. Daneben gibt es aber noch weitere Sinne, die dazugezählt werden können: dazu gehören der Temperatursinn, der Schmerzempfindungssinn, der Gleichgewichtssinn und der Selbstwahrnehmungssinn.

6. UNTERSUCHT GEMEINSAM KÖRPERREAKTIONEN!

Wenn man sich erschrocken hat, klopft das Herz ganz schnell und man atmet aufgeregter. Wenn man glücklich ist, steigt die Energie und man mag umherhüpfen. Gerade die Frühlingsgefühle, die ja hauptsächlich durch die Zunahme des Tageslichts verursacht werden, erzeugen einen erhöhten Bewegungsdrang bei Kindern – schön, wenn man dem nachgeben kann! Werdet euch bewusst und horcht hinein, in kleine und große Körper… 

7. AUF MENSCHEN MIT BEHINDERUNG ZUGEHEN – ABER RICHTIG!

Wie Eltern mit Kindern über Menschen mit Behinderung sprechen und sich ihnen gegenüber am besten verhält, empfehlen wir einen Blogtext von Raul Krauthausen zu lesen: 10 Dinge, die alle Eltern ihren Kindern über Behinderungen beibringen sollten. Raul bewegt sich seit der Kindheit im Rollstuhl – und er bewegt auch andere, und zwar hin zu einer Welt mit mehr Integrationsmöglichkeiten. Er hat sich wheelmap.org ausgedacht, eine interaktive Karte zum Suchen, Finden und Markieren von rollstuhlgerechten Orten.

Übrigens, auch Wheelymum , Bloggermama und Rollstuhfahrerin, hat öfters gute Tipps und persönliche Erfahrungen im Blog!

Und, liebe Mädcheneltern, lest auch den Artikel hier… 

Habt ihr noch mehr Ideen zu Thema? Ich freue mich über Kommentare!

UPDATE: Ergänzungen von einer Ergotheraputin

Anna Urban Ich bin angehende Ergotherapeutin, und die Liste ist super, vor allem Kuscheln ist super wichtig!
Noch mehr Tipps wären:
– Schaukeln, rutschen, klettern,wippen (alles, wobei das Kind die Schwerkraft spürt)
– Verschiedene Oberflächen ausprobieren, am besten barfuß
– Das Kind unter z.b. einen Sitzsack legen lassen (das kann man super als Schildkrötenspiel verpacken), oder fest in eine Decke einrollen. Dadurch spürt es Druck und die Grenzen des eigenen Körpers.
– Das Kind unbedingt auch mal hinfallen lassen (natürlich nicht mit Absicht, aber wenn es leicht stürzt, selbst aufstehen lassen), und nicht sofort aufhelfen und trösten (solang es sich natürlich nicht weh getan hat). 

beabeste
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7 Kommentare

Reni von Mamis Blog
Antworten 22. Mai 2016

Liebe Béa,
Du hast immer so tolle Tipps, die ich gerne übernehme.
Besonders Rückenmalerei löst bei mir Kindheitserinnerungen aus. In der Schulzeit haben wir das mit Buchstaben und Wörtern gespielt. Man braucht kein Zubehör dafür und wenn (besonders bei schlechtem Wetter) Langeweile aufkommt, kann man es wunderbar nutzen, um die Kinder zu beschäftigen.
Danke schön dafür.
Liebe Grüße
Reni

R.Ritter
Antworten 23. Mai 2016

Tolle Idee :-) Ich bin ebenfall Ergotherapeutin und zu den schon schönen Beispielen kann ich noch den ein oder anderen Tipps geben:
-Schaukeln in einer Hängematte oder in einer Decke die von Mama und Papa an den Enden festgehalten wird
Oder die Hängematte so über den Boden anpringen das sich das Kind in Bauchlage selber mit den Händen anschupsen kann
-Seilziehen gegen Papa :-)
-"Schubkarrenrennen" Das Kind legt die Hände vor sich auf den Boden und streckt den restlichen Körper lang aus. Mama oder Papa stehen dahinter und halten die Füße bzw. Fußknöchel des Kindes. Das Kind soll also jetz auf den Händen laufen.
- auch eine Kissenschlacht fördert sehr gut das
Köpergefühl
- Spielen im Wasser der Wasserdruck läßt das
Kind sich beser spüren
- Rollen einen kleinen Beg herunter oder das Kind
soll auf einer Wiese sich rollen
- Massagen mit Igelball oder Massagegeschichten
wie "Pizzapacken"
-Flüssigseife mit Lebensmittelfarbe einfärben und
tolle Bilder auf den Köper malen

Und besondes wichtig: Immer wieder Mut zusprechen und eigene Ängste) nicht aufs Kind übertragen !!!!! Statt den Satz "komm runter" oder "du fällst noch runter" (wenn das Kind mal wieder das Klettergerüst erklimmt) doch lieber "halt dich gut fest und schau genau wo deine Hände sich festhalten können"

Und hier noch ein sehr gutes Buch zum Thema:
Autor: Sabine Pauli Andrea Kisch
Was ist los mit meinem Kind?
Bewegungsauffälligkeiten und Wahrnehmungsstörungen bei Kindern

    beabeste
    Antworten 23. Mai 2016

    Ganz wunderbare Antwort, Danke! Ergänzt hier wunderbar! In welcher Stadt bist du aktiv, falls dich Eltern finden wollen?

Dagmar
Antworten 17. September 2016

Zu Punkt 5:
Meine Tochter kam mal aus der Schule und hat gemeint: "Wir haben heute über die Sinne geredet und weißt du, was eine Mitschülerin geantwortet hat?
Der Mensch hat fünf Hauptsinne: Tasten, Sehen, Hören, Riechen und Schmecken, Unsinn und Wahnsinn!"
Wir mußten so lachen ... und ich denke, gemeinsam lachen ist mindestens so wichtig wie das Kuscheln ;-)

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