Die 9 besten Eltern-Fragen an eine Lehrerin – Gastbeitrag von Stephanie Jansen


Nach unserem Buch „Gemeinsam schlau statt einsam büffeln“ im Duden-Verlag schreiben meine Co-Autorin Steph Jansen und ich an der Fortsetzung: In der Schule! Wir verraten den Titel noch nicht – aber worum es geht:

Unser nächstes Buch handelt von Co-Learning in der Schule und die Lernbeziehung zwischen Lehrkräften, Kindern und Eltern.

Natürlich werden auch dieses Mal, wie beim ersten Buch auch, unsere Ideen, Anregungen und Analysen teilweise hier vorstellen und eure Ideen mit einfließen lassen.


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Heute starten wir mit dem Thema:

Was für Fragen an sie schätzen die Lehrkräfte seitens der Eltern?

Steph hat ihre 9 Lieblingsfragen hier aufgeschrieben. Das sind die Fragen, die ihr als Lehrerin helfen, eine gute Beziehung mit dem Elternhaus der Kinder zu etablieren und alle Beteiligten eine gute Kommunikationsgrundlage ermöglichen. Wir freuen uns, wenn ihr sie lest – und in den Kommentaren ergänzt mit weiteren Fragen, die euch als Elternteil oder Lehrkraft weiter gebracht haben:

1. Was braucht mein Kind?

Wenn Eltern diese Frage stellen, dann ist der Weg in einen Dialog da. Vielleicht braucht das Kind nur mal eine Pause oder eine gut sortierte Stiftmappe, mehr Bewegung oder weniger Screentime. Es kann aber auch sein, dass es in einem Fach Unterstützung braucht oder mehr Aufmerksamkeit von mir. Es gibt mir als Lehrerin die Möglichkeit mit den Eltern gemeinsam zu schauen, denn es kann gut sein, dass ich es gar nicht gemerkt habe, dass das Kind etwas braucht. Nobody is perfect!

2. Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Deutlich wird mir damit, dass die Eltern ihren Teil der Erziehungsarbeit anerkennen. Diese Frage zielt nicht ins Lernen als solches, denn Eltern sind keine guten Nachhilfelehrer – das hat Béa mittels Transaktionsanalyse in unserem ersten Duden-Buch bereits ausgeführt. Aber sie können den Rahmen schaffen, dass Kinder gut lernen können. Manchmal kann die Antwort ganz einfach sein: „Lassen Sie bitte Ihr Kind doch mal in Ruhe.“…

3. Haben Sie mal Zeit für einen Kaffee?

Der Kaffee kann natürlich auch ein Tee sein und eigentlich geht es um das Gespräch vor dem Gespräch. Informelle Kommunikation auf Augenhöhe und nicht in der Rolle als Lehrer*innen-Eltern oder Eltern- Lehrer*innen Gespräch. Austausch, Temperatur nehmen, Mensch sein.


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4. Was brauchen Sie von mir/ uns als Eltern?

Scheint auf den ersten Blick schwammig, aber gibt mir die Möglichkeit ganz konkret und gezielt Eltern an Bord zu holen. Ich brauche eine Meinung zu etwas, Hintergrund zu einer Situation, Verschwiegenheit, Vertrauen, eine offenes Wort oder einen kritischen Blick. Menschen wollen gebraucht werden und wenn Eltern diese Frage stellen und sich anbieten, kann das manchmal eine Überforderung für Lehrer, vor allem junge Lehrer*innen bedeuten, weil sie vielleicht selber nicht wissen was sie brauchen, aber ablehnen sollte man es auf gar keinen Fall. Ehrlich und offen sagen, dass man es noch nicht wisse, wenn es dann aber eine konkrete Situation gibt, dann das Angebot nutzen.

5. Kann ich Ihnen (organisatorisch) was abnehmen?

Die absolute Luxusfrage für Lehrer und JA, natürlich. Delegieren können ist hier das Stichwort. Den nächsten Putzdienst, das Erstellen der Klassenliste, Klassenkasse, Museumsbesuch, you name it …

6. Wie wäre es mit einem Klassenpicknick?

Schließt an 5 direkt an und ist super, denn es ist ähnlich wie die Tasse Kaffee, nur auf Klassenlevel. Aber nur, wenn die Eltern es organisieren und der Termin gemeinsam abgesprochen ist. Klassenpicknicks die von Eltern organisiert werden und zu denen Lehrer*innen eingeladen werden, gehen schnell nach hinten los.

7. Kann ich mal etwas aus meinem Beruf zeigen?
bzw. 8. Können wir zusammen ein Projekt machen?

Diese können tolle Frage sein, aber auch welche, die Kraft und Zeit rauben. Trotzdem finde ich sie immer wichtig und wertvoll. Und ich freue mich, wenn Eltern auch die Geduld haben, das erst einzusetzen, wenn es mit der Organisation der Schule bzw. mit dem Curriculum vereinbar ist.

9. Wie geht es Ihnen und haben Sie genug Zeit für sich?

Das kann auf sehr unterschiedliche Art gefragt werden. Hier geht es um achtsames und wertschätzendes Fragen und damit das Anerkennen der Arbeit, die man macht.

So, diese Fragen schätzt Steph!

Wie ist es bei euch? Welche Elternfragen fördern das Miteinander zwischen Elternhaus und Schule? Erzählt mal…

…und wenn ihr Lehrer*innen seid, könnt ihr uns auch Gegenbeispiele wissen lassen. Gibt’s Fragen, die euch auch nerven?

Liebe Grüße,

Steph und Béa

P.S. Ihr wollt euch das auch bei Pinterest merken? Bitteschön:

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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