Es gibt kein einheitliches Schlafkonzept für Teenager – Wie jeder sein eigenes finden kann


Thema Kinder und Schlaf: never ending story… Auch in der Pubertät!
Was ist: zu früh, zu spät, zu viel oder zu wenig Schlaf – und wann das?
Unsere Kolumnistin mindfulsun hat Schritt für Schritt zusammen mit ihrem Teenager-Sohn rausgefunden, wie das beste Schlafkonzept für ihn aussieht.

Ich bin eine Lerche. Also zumindest was meinen Schlafrhythmus angeht.

Früh ins Bett und früh aufstehen, damit fühle ich mich gut. Meine Söhne sind eher Eulen, spät ins Bett und lange schlafen. Das hat sich schon früh herausgestellt. Zwischen Eule und Lerche gibt es noch alle möglichen Zwischenformen.

Da wir hier jetzt wohl endlich den richtigen Schlafrhythmus für meinen Sohn gefunden haben, möchte ich das Thema heute mit euch teilen. Vorab, wie immer: Ich bin keine Expertin. Das wird kein Ratgeber, den ich für alle als gültig erachte. Es sind unsere Erfahrungen und es geht um das Teenager Alter – Pubertät. Mein Sohn ist jetzt 13 Jahre alt.

Mein Schlafbedürfnis ist nicht das meines Sohnes.

Das ist ein sehr wichtiger Punkt und nicht nur beim Thema „Schlaf“. Meine Bedürfnisse sind nicht seine. Wenn ich müde bin, ist er es vielleicht nicht. Fakt ist: Mein Kind kommt mit weniger Schlaf aus, als ich.

Bis zu: Den für ihn derzeit besten Rhythmus zu finden, haben wir jetzt gemeinsam eine Weile gebraucht. Ich hatte stets im Kopf: Nicht zu spät ins Bett, dann ist er doch morgens müde!

Hier eine kleine Recherche zum Thema Teenager und Schlaf:

Ja, Teenager zwischen 14 bis 17 Jahren sollten sich pro Nacht 8 bis 10 Stunden Schlaf gönnen.
Das Schlafbedürfnis nimmt in der Pubertät nicht ab, der Rhythmus verschiebt sich. In meinem Empfinden ein sehr interessanter Artikel dazu: Acht Uhr ist zu früh zum Lernen!

„In der Pubertät jedoch, das haben Chronobiologen längst herausgefunden, verschiebt sich der Schlaf-wach-Rhythmus deutlich nach hinten – und zwar völlig unabhängig davon, ob der betreffende Teenager grundsätzlich eher zu den Eulen oder zu den Lerchen zählt. Warum das so ist, kann niemand mit Sicherheit sagen.“

Sollte jetzt vielleicht jemandem durch den Kopf gehen: Das hängt auch von gesellschaftlichen Einflüssen ab, auch Handy, Internet und Social Media spielen da eine Rolle. Ja, spielen sie UND die Biologie ist beteiligt. Es gibt mehrere Faktoren.

„Selbst von pubertierenden Rhesusaffen weiß man, dass sich der innere Rhythmus entsprechend verschiebt.“

Habt ihr schon mal vom Schlafhormon Melatonin gehört? Vereinfacht gesagt: Es taktet den Schlafrhythmus. Dieser wird in der Pubertät auch nach hinten verschoben, da das Hormon ein bis zwei Stunden später produziert wird. Da sich das Melatonin dadurch auch später wieder abbaut, ist es dann natürlich auch schwerer, aus dem Bett zu kommen.

Ich verstehe es so: Die innere Uhr der Teenager kollidiert mit der Außenwelt.

Schließlich geht es unter der Woche in die Schule und die fängt sehr früh an.
Viele Forscher plädieren schon seit Langem dafür, dass die Schule später am Morgen beginnt. Warum das nicht so einfach möglich ist, wäre ein eigener Artikel. Jetzt ist es viel zu früh für sehr viele Teenager. Der derzeitige Schulbeginn in Deutschland widerspricht der Biologie.

Folge: Möglicher Schlafmangel
Das kann natürlich auch gesundheitliche Auswirkungen haben.

Zur Theorie könnte ich noch einiges ausführen. Jetzt mehr zu unserer Praxis.
Die genaue Zeit, wann mein Sohn ins Bett geht ,werde ich in diesem Artikel nicht veröffentlichen. Ich möchte über den Weg schreiben und wie wir ihn gefunden haben. Es geht mir nicht um Vergleiche.

Natürlich sind Regeln und Routine auch für Teenager wichtig.

Und wie ich bereits hier schrieb, diese habe ich mit meinem Sohn gemeinsam aufgestellt. Wir hatten auch vereinbart, wir können diese Regeln bei Bedarf anpassen. Das haben wir nun vor ein paar Wochen getan. Im ersten Gespräch ging es natürlich auch um die Bedeutung von erholsamem Schlaf und auch das Thema – Handy im Bett – kam bei uns auf.

Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir uns geeinigt, dass er das Handy im Bett haben kann, um Musik zu hören.

Das Handy geht in den Night Shift Modus. Dieser Modus filtert wohl das blaue Licht heraus, welches die Bildung von Melatonin hemmt. An dieser Stelle schon: Auch das hat sich bei uns geändert! Handy im Bett ist nicht mehr.

Mein Sohn kam vor ein paar Wochen zu mir und sagte, zur vereinbarten Zeit ist er nicht müde und er liegt noch lange wach.

Nach einiger Überlegung haben wir die Schlafenszeit Stück für Stück nach hinten verschoben. Wir haben uns auf einen Rhythmus von einer halben Stunde geeinigt, alle zwei Wochen. In der Zeit konnte er fühlen, wie es ihm damit geht. Ich wecke ihn jeden Morgen – auf seinen Wunsch hin, ist ein Ritual bei uns – und ich habe natürlich auch beobachtet, wie sich die neuen „Zubettgehzeiten“ auswirkten.

Innerhalb von mehreren Wochen sind wir nun bei einer Stunden später, als die ursprüngliche Schlafenszeit angekommen.

Er kommt mit diesem Schlafrhythmus viel besser hin, als mit dem, den wir ursprünglich als Regel aufgestellt hatten. Es gibt auch Tage, da geht er früher ins Bett. Er hört auf seinen Körper. Denn auch müde sein und über diesen Punkt zu gehen, kann den Schlafrhythmus negativ beeinflussen. Das Thema hatten wir hier auch.

Am Wochenende bleibt er länger auf und ich lasse ihn dann so lange schlafen, wie er möchte.

Im Telefonat zu diesem Thema mit Béa fiel das Wort: Schlafkamel.

Sie kennt das auch von ihrer Tochter. Am Wochenende quasi Schlaf tanken! Nicht bei jedem Menschen funktioniert das. Bei mir auch nicht. Bei meinem Sohn schon und er fühlt sich damit gut. Darum geht es!

Und das Handy? Kommt nicht mehr mit ins Bett.

Nicht nur weil er es jetzt nicht mehr „braucht“, weil er zu der Zeit ins Bett geht, die ihm sein Körper vorgibt: Wir haben eine Vereinbarung getroffen. Wir wollen alle gesünder leben und das Handy hat im Bett nichts zu suchen. Mir ist Vorleben sehr wichtig. Auch ich habe – wieder mal – über mein Smartphone Verhalten nachgedacht und erkannt, es war schon mal besser. Ich lag öfter damit im Bett und diverse Apps hielten mich vom Einschlafen ab. Jetzt nach dem Zähneputzen: Flugmodus und ich nutze das Handy danach nur noch zur Meditation. Das Handy meines Sohnes geht ebenfalls in den Flugmodus und schläft quasi auf seinem Schreibtisch.

Er fühlt sich jetzt gut damit. Ihm hat es sehr geholfen, dass wir gemeinsam einen Weg zu einem guten Schlafrhythmus gefunden haben.

Sprecht ihr mit euren Kindern, wie sie sich mit der Zeit fühlen, zu der sie ins Bett gehen? Habt ihr auch schon gemeinsam versucht den Schlafrhythmus anzupassen?

Eure

mindfulsun

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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