„Ich würde das gern mitnehmen!“ – Über den Umgang mit Essensresten im Restaurant


Kennt ihr eigentlich die Situation, wenn ihr im Restaurant seid und eine Portion zu groß war, dass ihr sie nicht mehr aufessen könnt? Und die Kinder auch nicht? Lasst ihr euch das einpacken zum Mitnehmen? Oder ist es euch ein wenig peinlich?

Ich lasse mir Essen wann immer möglich mitgeben – hier erkläre ich euch warum:

Neulich war ich mit Katrin von Kimoka.Teneriffa in einem Restaurant in Playa San Juan und wir haben gearbeitet und gebruncht. Die Portionen waren beachtlich – und gar nicht teuer, wie das meiste hier auf meiner Lieblingsinsel…  Außerdem handelte es sich um so etwas gewöhnliches wie Kartoffeln (mit Salat, das habe ich nicht auf dem Bild).

Ich war nur pappsatt und wusste, dass ich den Rest nicht mehr schaffe!

Ich kann wirklich nicht über den Hunger essen und finde es auch nicht OK, mich zu zwingen, über den Hunger zu essen. Ich habe auch von meinem Kind nie verlangt, dass es den Teller leer ist und fand schon immer den Wetter-Aberglauben bescheuert. Selbst wenn sich Carina als Kleinkind mit größeren Augen als Hunger den Teller selbst übervoll gepackt hat, wollte ich ihr mit dem „sonst gibt es schlechtes Wetter-Spruch“ nie eine „Teller-Leeressen“-Lektion erteilen. Wir haben einfach das Essen in ein Gefäß gegeben und in den Kühlschrank für später gepackt.

In unserer Situation war jedoch klar, dass ich den ganzen Tag unterwegs sein würde und schlecht das eingepackte Essen die ganze Zeit durch die Gegend kutschieren konnte (Autos werden hier in der Sonne ganz schön heiß!). Dann kam mir meine Tischnachbarin Katrin zuvor und fragte, ob sie das für sich haben kann. Ich war erleichtert.

Ich fand es gut, das Essen nicht wegzuschmeißen – ja, und das trotz meiner Einstellung, dass ich gern mit Essen spiele und experimentiere... Verrückt, was? Denn das ist für mich ein Unterschied. Mit Essen spielen und experimentieren bringt Spaß, man lernt dabei. Sinnloses Essen Wegschmeißen ist hingegen für mich – und offensichtlich für Katrin auch – nicht OK.

In Restaurants mischt sich bei manchen ein komischer Gedanke: „Werden die von mir glauben, dass ich arm bin, wenn ich mir das einpacken lasse?“

Ich muss zugeben, das habe ich auch mal gedacht. Und habe versucht, das zu Ende zu denken. Tja, was ist, wenn ich arm bin? Ist das eine Schande? Die Menschen, die mich hier bedienen, haben es auch nicht dicke, sonst würden sie nicht die Tabletts schwingen bis nach Mitternacht, sondern würden irgendwo auf einer karibischen Insel in einer Hängematte ein Mojito schlürfen!

Wenn ich mir also das Essen einpacke, spare ich, wenn ich später Hunger bekomme – und dann kann ich es mir sogar leisten, noch ein nettes Trinkgeld hier zu hinterlassen. Dann ist der Deal viel besser für sie, oder? Übrigens, zum Thema Trinkgeld sind hier noch einige Gedanken, die ich beim Takeover des Instagram-Accounts von Gooodmobile mit diesem Post aufgeschrieben habe (keine Werbung, werde nicht bezahlt, ich mache das für einen guten Zweck):

Noch mal „Gutes tun“: Lasst uns mal über #geld reden. Was macht ihr mit dem #kleingeld, eigentlich? Ich für meinen Teil gebe sehr gern kleine Trinkgelder, an Menschen, von denen ich weiß, dass sie nicht genug verdienen: Zum Beispiel Boten für Lieferungen, oder klar, in Restaurants und Hotels. Und sage immer was Nettes dazu. Als meine Tochter klein war, hat sie es geliebt, wenn wir aus Reisen waren, das #kleingeld im Hotelzimmer für das Reinigungspersonal mit einem Bildchen da zu lassen – hat daraus Blümchen, oder irgendwelche Tierchen gemacht… wenn wir die Leute nicht treffen konnten um ihnen das direkt zu geben. . Und nein, ich habe es auch nicht dicke – aber ich verzichte lieber mal auf eine Süßigkeit oder sonst eine Kleinigkeit für mich und mache lieber anderen eine Freude – das habe ich meiner Tochter auch immer vermittelt. . Wie ist das bei euch? Gebt ihr Trinkgeld? #begoood #gutestun #dogood #charity #money #giving #geben #sinndesgebens #blogger

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Zurück zum Thema Essenreste einpacken

Mir ist es sogar in einem französischen Restaurant passiert, dass der Chef sich fürs Einpacken lassen extra rauskam und sich bedankt hat! Denn er empfand es als Wertschätzung seiner Arbeit. Seht ihr? Es ist immer besser, sich vom Gefühl der Peinlichkeit zu befreien… darüber habe ich ja schon mal geschrieben, hier könnt ihr auch darüber weiterlesen. 

Wie ist das bei euch? Lasst ihr euch auch die Reste einpacken?

Liebe Grüße,

Béa (und Katrin, die ich mit dem Päckchen fotografiert habe)

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Birgit A
Antworten 30. März 2018

Wir machen das genauso mit dem Einpacken. Vor allem bei den Kindern bleibt oft was übrig. Und dann ist die Frage mit dem Abendessen meist auch schon geklärt. Liebe Grüsse Birgit

Dragonja
Antworten 27. Mai 2018

Ich habe es von Klein auf als normal erfahren - Essen, dass man im Restaurant nicht schafft (umd wir gingen wirklich oft Essen) wird, sofern möglich, eingepackt. Natürlich - schließlich müssen die im Restaurant das wegschmeißen. Dass die anderen denken könnten, man wäre Arm, daran habe ich nicht mal gedacht. Aber stimmt - ist ja auch keine Schande, wenig Geld zu haben.

Emmi
Antworten 19. Oktober 2018

Wir lassen uns im Restaurant immer die Essensreste einpacken. Mir tut es immer um die Lebensmittel leid, die weggeworfen werden. Außerdem ist das Essen meist besser, wenn man es nicht selbst kochen musste.

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