Multitasking war gestern – Für mehr Achtsamkeit im Alltag!


Als wir euch nach Themen für unseren Blog gefragt haben, kamen viele Wünsche nach Anleitungen zur Achtsamkeit. Und zwar wolltet ihr Ideen und Anregungen, die sich auch im Eltern-Alltag umsetzen lassen.

Unsere Autorin mindfulsun hat diesen Part nun übernommen und schreibt hier:

Ich möchte gerne eine kleine Serie zum Thema „Achtsamkeit“ starten.

Es wird generell um Achtsamkeit gehen, um Meditation, um achtsames Essen, um einen achtsamen Umgang miteinander, eine achtsame Kommunikation und vieles mehr. Heute ein kleiner Umriss zu Achtsamkeit im Alltag.

Achtsamkeit ist etwas, was man erlernen kann – Training für den Verstand.

Und es ist möglich, einfach jederzeit zu starten! Achtsamkeit kann immer auch ein Anker sein, wenn alles gerade zu viel wird.

Was für mich am Wichtigsten ist und fast immer hilft: Atmen!

So banal und einfach es auch klingen mag: Tief einatmen durch die Nase, ausatmen durch den Mund. Einatmen und ausatmen. Wenn es möglich ist, gerne die Augen dabei sanft schließen.

Egal was gerade los ist, egal wie ich mich fühle und welche Gedanken und Emotionen mich gerade beschäftigen. Hinsetzen oder auch im Stehen: Beim tiefen Einatmen fühlen, wie sich die Lunge mit frischer Luft füllt. Gerne dabei auch die Hände auf den Bauch legen, um den Atem zu spüren. Beim Ausatmen den Stress loslassen und fühlen, wie sich die Muskeln im Körper entspannen.

Das ist wie eine Minipause! Am Anfang war ich skeptisch und jetzt ist das fester Bestandteil meines Alltags geworden. Das Beste daran? Diese „Übung“ ist fast jederzeit durchführbar: zu Hause, im Job, beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, vor einem wichtigen Gespräch.

Jeder von uns kennt das – zu beschäftigt, immer etwas zu tun, immer an irgendwas denken.

Am liebsten mehrere Sachen gleichzeitig machen und trotz moderner Hilfsmittel und Möglichkeiten unseren Alltag zu erleichtern, bleibt doch oft das Gefühl von Anspannung.

Was dieser Stress meistens ist? Ein abgelenkter Verstand! Wir tun das eine, denken schon an das andere.

Während wir die erste Tasse Kaffee oder Tee trinken, planen wir möglicherweise schon den Tag. Wir tun Dinge im Haushalt und denken schon an die nächste Aufgabe. Beim Einkauf denken wir an die Arbeit. Wir führen Unterhaltungen mit Menschen und im Kopf wälzen wir dabei Probleme. Es gibt so viele Beispiele und schon beim Schreiben merke ich hier eine innere Unruhe. Irgendwie sind wir zwar körperlich oft anwesend, mit dem Geist sind wir allerdings ganz woanders.

Ich habe begonnen, das für mich durch eine achtsame Lebensweise zu ändern. Das bedeutet nicht, dass ich jetzt alles unbedingt langsamer mache oder mir weniger vornehme. Ich mache Dinge sehr bewusst und ja:

Multitasking ist für mich mittlerweile tabu. Kaum zu glauben, dass ich darauf irgendwann mal stolz war.

Eins nach dem anderen erledigen und das bewusst! Und ja, durch Achtsamkeit habe ich begonnen nur noch nach meinen Werten zu leben und zu handeln – und ich habe mein Leben auch „entgiftet“. Ich mache viele Dinge überhaupt nicht mehr. Das passiert nicht über Nacht, es ist ein Prozess.

Kleine Achtsamkeitsübung und mein Ritual am Morgen:

Die erste Tasse Kaffee achtsam zubereiten, jeden Handgriff wahrnehmen. Bewusst im Hier und Jetzt sein. Nichts planen, nichts im Kopf organisieren. Dann hinsetzen und genießen. Achtsamkeit ist, sich etwas bewusst machen: Mit allen Sinnen den Kaffee genießen.

Wie schmeckt er? Wie fühlt er sich auf der Zunge an? Wie fühlt sich mein Körper damit, während der Kaffee langsam die Lebensgeister weckt? Kein Handy nebenbei, kein Laptop, keine Zeitung. Nichts! Einfach nur mein Kaffee und ich.

Wenn ich merke, dass meine Gedanken langsam wandern, bewusst wieder auf die Tasse in der Hand achten! Langsam die Gedanken wieder in diesen Moment führen. Das passiert natürlich und nicht nur einmal. Am Ende ist es wie ein Training: Bewusst auf den Moment achten! Das hat mehrere Vorteile: Richtiger Genuss der ersten Tasse Kaffee und er wird nicht kalt dabei, während ich nebenbei irgendwelchen Schnickschnack – und sei es nur im Kopf – erledige. Das heißt nicht, dass die Tasse Kaffee jetzt länger dauert als sonst! Nicht länger, nicht mehr Zeit als notwendig – einfach bewusst!

Das gleiche gilt übrigens auch für die Zubereitung jeglicher Mahlzeit und auch beim Essen. Das Thema achtsames Essen werde ich in einem separaten Artikel angehen.

Tagsüber und auch im Job: Jede Aufgabe bewusst erledigen und die Gedanken immer wieder zurück zur Aufgabe lenken. Auch hier wieder: Kein Multitasking!

Wie oft habe ich E-Mails geschrieben und gleichzeitig telefoniert. Und am Ende stand oft: „Was haben Sie gerade gesagt?“

Und was zum Kuckuck habe ich gerade geschrieben? Wo ich immer dachte, ich spare Zeit und schaffe mehr, kostete es mich nur Nerven und die Ergebnisse waren manchmal fehlerhaft.

Kleine Minipausen für den Kopf im Alltag kann man sich auch schaffen: Immer wenn man den Platz wechseln muss – selbst der Gang zur Toilette im Büro zählt – sich bewusst auf die Schritte konzentrieren. Wahrnehmen, wie die Füße den Boden berühren, ein Fuß vor den anderen. Nicht von den Gedanken hetzen lassen und bereits im Kopf wieder zur nächsten Aufgabe springen! Hier und jetzt! Was dabei auch wieder wichtig ist: Finger weg vom Handy.

Mir gefällt das Bild hier: Die vielen Fenster, die man täglich im Browser / Kopf gleichzeitig geöffnet hat, reduzieren. Besonders wertvoll ist das im Kontakt mit anderen Menschen und vor allem auch mit unseren Kindern!

Darüber ein anderes Mal mehr… Welche Situationen wollt ihr mit Achtsamkeit besser meistern?

Liebe Grüße,

mindfulsun

Und hier noch zwei wunderbare Sprüche, die an meiner Erleuchtungs-Lampe hängen:

Titelbild: Photo by Juliette Leufke on Unsplash

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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