Ein Hoch auf die Liebe! Béa und Yvonne erzählen von ihren Erfahrungen in langen Partnerschaften


Funktioniert eine lange Partnerschaft in der heutigen, schnelllebigen Zeit? Béa und Yvonne sind sich einig: „JA!“ Beide feierten dieses Jahr 10-jährigen Hochzeitstag (natürlich getrennt voneinander 🙂 )

Die Überzeugung, dass wir den Richtigen haben

Wir sind beide sowas von überzeugt, dass wir unsere Topfdeckelchen gefunden haben. Unser Jang, den besten Freund für’s Leben. Auch nach all den Jahren haben wir unsere Männer noch immer total gern. Klar, es ist nicht mehr die Verknallheit der ersten Tage… aber es ist immer noch diese unglaubliche Freude im Bauch, den anderen zu sehen, zu spüren und bei uns zu haben. Tja. Das klingt jetzt nach Zauberstück! Aber ein wenig System steckt dahinter, deswegen: Von den zwei alten Frauen gibt es heute mal ein paar wirklich ganz wertvolle Tipps, die vielleicht auch Anfängern und so mittel Fortgeschrittenen was nützen.

Pickt euch die Teile heraus, die euch gut schmecken und mit denen ihr etwas anfangen könnt.

Das Vertrauen

Wir vertrauen einander einfach. Es gibt keine Eifersucht zwischen uns.

Yvonne: Mein Mann und ich verbringen den Großteil der Woche nicht miteinander. Ich habe wirklich Besseres zu tun, als meine Gedanken ständig um das „Was tut er gerade?“ kreisen zu lassen.

Béa:  Ich vertraue auch, und zwar sehr bewußt. Mein Papa war ein sehr eifersüchtiger Mann. Ich erinnere mich an schlimme Eifersuchtsszenen in meiner Kindheit, habe mir geschworen, dass ich nie so werde. Und bin es auch nicht geworden, auch wenn mein erster Mann mir schon Anlass dazu gegeben hat. Aber als ich wieder geheiratet habe, konnte ich diese Erlebnisse beiseite tun, und noch mal komplett neu starten, ohne zu denken, dass alle Männer gleich sind. 

Gemeinsame Freude und Interessen

Béa: Meinen Mann und mich verbinden sehr viele Interessen. Unternehmertum ist eine davon, auch wenn es beinahe schief gegangen ist… aber auch das konnten wir überwinden, mit dem Punkt: Die Kommunikation. Wir treffen oft Menschen aus der Unternehmerszene in Berlin und haben uns mit ihnen viel zu sagen. Ein weiteres Thema ist bei uns das Reisen, das Arbeiten aus der Wärme. Wir sind gern zusammen unterwegs, erkunden neue Länder und Kulturen, und können von dort aus auch den Laptop aufklappen und an unseren Projekten arbeiten, ohne dass einer von uns mit strafenden Blicken sagen muss, dass er vernachlässigt wird. Wenn gerade einer mal nichts für sich zu tun hat (was extrem selten vorkommt), hilft er dem anderen bei seinen Sachen. Das hilft eine Menge!

Yvonne: Wir lieben es, wenn auch nur am Telefon, abends über die kleinen Alltagswahnsinnigkeiten zu lachen. Und ich freue mich immer genauso wie unsere Kinder, wenn der Mann mal wieder zuhause ist, mit uns am Frühstückstisch sitzt, in der Zeitung blättert oder sich mit mir abends um die Macht aka Fernbedienung streitet.

Sport spielt bei uns in der Familie und Partnerschaft aber auch eine große Rolle. Wir haben ja schließlich die härtesten Lauftrainier – gleich im Dreierpack. Unsere Gang begleitet uns immer bei unseren langen Läufen auf ihren Fahrrädern und der Mini noch im Laufwagen. Es ist immer eine Riesenfreude, Berlin zu Fuß zu erkunden und nicht nur mit dem Auto oder den „Öffies“.

Sehr genießen wir dann die Wettkampfläufe – nur wir beide – endlich mal Stunden nur für uns, ohne ständig Fragen zu beantworten etc. Das klingt für Viele sicher merkwürdig, aber so ein Marathonzieleinlauf Hand in Hand mit dem Mann ist ein ganz besonders tolles Gefühl!

Und wir haben auch einen riesen Spaß daran, neue Länder und Kulturen mit ihrem Essen und ihren Menschen kennenzulernen. Das macht mit so kleinen, wissbegierigen Kids, wie wir sie haben, natürlich eine riesen Freude.

Planung ist alles – oder auch nicht!

Yvonne: Viele Freunde fragen uns immer, wie wir es als Familie schaffen, auch durch dem Mann seine tagelange Abwesenheit vom Familienalltag so gut zu funktionieren. Ich sage dann immer: „Planung ist alles!“ Denn das trifft auf uns wirklich zu. Schon im Herbst planen wie die Weihnachtsgeschenke und deren Verteilung an die Großeltern, Paten und uns. Wir planen unsere kleinen Zweisamkeitsauszeiten – sei es der Kinobesuch oder der Spät-Abends-Besuch beim Lieblingsitaliener ums Eck. Wir planen die Wochenenden – mal mit vielen Aktionen, mal ganz ohne. Denn das Nichtstun muss ja auch geplant werden. Und wir planen die Zukunft. O.K., die weite Zukunft noch nicht wirklich (obwohl wir uns manchmal darauf freuen, die Wand zwischen den Kinderzimmern rauszureißen und endlich eine Tischtennisplatte aufzustellen!), aber die Zeiten der Schwangerschaften und Geburten haben wir schon geplant – soweit es denn ging!

Béa: Planung? Ich? Oliver?
Ach so: Zwei mal Minus ergibt Plus. Wenn keiner richtig plant, ärgert sich niemand über fehlende Planung…
Aber: Wir sind Kommunikationsweltmeister. Auch, wenn wir einiges im Leben recht spontan machen und ohne große Planung, wissen wir stets, wo der andere ist und was er macht. Also: Keiner verschwindet einfach mal so, sondern wir wissen schon, welche Zeit wir gemeinsam verbringen können und wann jeder wie beschäftigt ist – und Enntäuschungen der Sorte „Ich dachte, wir haben den Abend für uns!“, wenn einer geschäftliche Termine hat, passiert so gut wie nie! Was zu dem nächsten Punkt führt…

Die Kommunikation

Béa: Wir teilen uns oft mit, erklären uns, geben uns Feedback und diskutieren – WOHLWOLLEND – alles miteinander. Und auch wenn sich das wie ein Kommunikationsseminar anhört: Wir nutzen die berühmten „Ich-Botschaften“. Also nicht: „Du hast dies und jenes nicht getan!“ sondern: „Ich habe mich mit diesem und jenem allein gelassen gefühlt.“ Glaubt mir, so etwas funktioniert, weil es sich nicht nach Vorwurf anfühlt, sondern einfach nur die eigenen Gefühle mitteilt.

Außerdem habe ich auch etwas anderes gelernt bei unserer Kommunikation. Mein Mann greift schnell zu recht ernsten und scharfen Argumenten, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Mir fehlt es allerdings leicht, etwas Humor, Augenzwinkern oder gar Wimpernklimpern in einem auch noch so hitzigen Streitgespräch einzubauen. Das hilft eine Menge! Es muss nicht immer alles bitterernst sein. Ich weiß, das können nicht viele, aber auch ich habe es mir antrainiert, zwar nicht von meinem Standpunkt abzurücken, aber ihn mit Charme zu verpacken.

Und noch was: Zu unserer Kommunikation gehört auch viel liebevolles Loben und ausdrückliches Freuen übereinander. Ich muss zugeben, das hatte ich nicht automatisch drauf, mein Mann ist da mit gutem Beispiel voran gegangen. Und als ich gemerkt habe, wie gut Anerkennung und Lob tut, habe ich es auch erteilt. Oder sagen wir mal: Ich versuche, es nicht zu vergessen!

Yvonne: Ich muss zugeben, dass ich im Vergleich zum Mann nicht so der Diplomat, in meinem Alltag mit den Kids eher gefangen bin und mit Loben dem Mann gegenüber recht spartanisch umgehe. Woran ich arbeiten muss.. Ich agiere eher aus dem Bauch heraus, was auch mal in der Fettpfütze enden kann. Wofür mich der Mann aber seit 18 Jahren liebt! Aber Themen in die Woche hinein nehmen – das gibt es bei uns nicht. Sonntagabend ist uns wichtig, dass wir alle aufgelaufenen Themen und potentielle Magengeschwüre besprochen haben. Und wenn mir unter der Woche etwas auf der Seele brennt und der Mann nicht zum Sprechen da ist, dann hacke ich schon mal alles in eine elektronische Nachricht. Worauf immer eine Antwort kommt. Hier danke ich den Technikfreaks der frühen Stunde für die Erfindung der Emails und synchronen Kalender – nur so schaffen wir die Kommunikation und Planung als Familie und Eltern.

Ode an das Miteinander – oder auch nicht

Yvonne: Merkwürdig finde ich selbst bei uns im PrenzlBerg immer mal wieder die Fragen, ob alle drei Kinder von einem Mann seien (was, wenn sie alle drei wie die Orgelpfeifen nebeneinander stehen völlig offensichtlich ist!). Das raubt mir immer wieder meine Schlagfertigkeit. Gehen denn die Leute heutzutage davon aus, dass große, tiefe Freundschaft, gepaart mit Liebe heutzutage nicht mehr funktioniert? Warum sind meine Kinder in Klassen und Kitagruppen – selbst im ungesunden Mikrokosmos PrenzlBerg – mit einem Großteil Kindern zusammen, deren Eltern getrennt sind und die Patchworkgeschwister haben? Ja, ist es denn in der heutigen Zeit so schwer, miteinander aneinander zu arbeiten? Schmeißt man alles gleich hin – sei es der Job, weil eine Nase im Team nicht gefällt, oder auch die Familie, weil die Frau jetzt lieber rot trägt als grau?

From Yvonne with love, die manchmal etwas alltagsverzweifelt, aber im Großen und Ganzen total glücklich mit ihrem Leben ist!

Béa: Das sehe ich differenziert. Vom Vater meines Kindes bin ich seit sie zweieinhalb war getrennt. Das ist lange her und war für uns beide eine gute Entscheidung, denn wir haben uns sehr jung kennengelernt und unterschiedlich entwickelt. Ich bin nicht per se für’s Zusammenbleiben. Im Zweifelsfall ist es besser, ein Team für’s Kind zu bleiben und das Thema Liebespaar zu vergessen, wenn die Liebe nicht mehr da ist. Aber ich glaube, dass man an der Liebe schon sehr aktiv beitragen kann und mit gutem Bewusstsein zu einer guten Beziehung beitragen kann – daher die Tipps hier!

From Béa with love, die schon immer ein happy Keks war und das bleibt.

Yvonne Petzke
About me

Berliner Mom of 3 * Sport (Marathon) * Reisen * Natur * Mode * Beauty

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2 Kommentare

Natalia
Antworten 2. Januar 2017

Oh schön!!! Bei mir sind es fast 15 Jahre. Ich habe recht früh geheiratet. Ich stimme mit euch in sehr vielen Punkten überein. Tolleranh5und Freiraum sind auch sehr wichtige Dinge. Bei uns ist jeder er selbst geblieben, mit eigenen Hobbys und sogar Freunden. Aber als Team sind wir unschlagbar 😊
LG
Natalia

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