Gnade für alles, was ich am Tag nicht schaffe!


Geht ihr eigentlich auch jeden Abend ins Bett mit dem Gedanken „Ich hätte noch die Mail oder Message beantworten sollen… aber ich bin gerade fix und fertig und mach’s morgen als Erstes?“

…. und dann, so ungefähr 5 Monate später erinnert euch der arme Mensch daran, dass ihr nicht geantwortet hattet?

Welcome to the Club! Mein Club. Der Schussel-Club.

Und bevor ich versuche, mir und euch das schön zu reden, kommt hier eine ganz offizielle und ernst gemeinte Entschuldigung:

Es tut mit allen Menschen gegenüber Leid, die in diesem Moment noch auf eine Rückmeldung für was auch immer von mir warten – oder enttäuscht aufgehört haben zu warten.

Ich sage das nicht leichtfertig. Es ist mir zutiefst unangenehm und ich mache das nicht absichtlich. Ich möchte am liebsten jedem helfen, der um Hilfe bittet. Ich möchte jedem antworten, der eine Frage stellt. Ich möchte jedes Versprechen einlösen, dass ich mich melden würde, genau wann ich es versprochen habe.

Und dann bricht der Alltag über mich. Natürlich schwimme ich nicht komplett verloren in einem Ozean von Arbeit und spannenden Themen. Natürlich habe ich einen Plan, der so halbwegs vorsieht, was zu tun ist. Natürlich kenne ich Ansätze à la Eisenhower mit der Wichtig-und-Dringend Matrix….

… und manchmal arbeite ich nicht nur mit einer To-Do-Liste sondern sogar mit einer Let-Go-Liste!

Vor allem letzteres ist ja sooo hilfreich – mir ganz klar zu machen, was ich heute NICHT mache, sondern ein anderes Mal. Morgen zum Beispiel. Damit ich heute das mache, was ich wirklich machen wollte. Wenn plötzlich eine Aufgabe, aufpoppt, kann ich kaltschnäuzig sagen: „Gehört auf meine Let-Go-Liste!“. Und ich notiere sie mir und das kommt auf die To-Do-Liste eines anderen Tages.

Naja, zumindest so die Theorie. Es gibt aber die Ausnahmen! Wer oft mit Social Media professionell zu tun hat, weiß, wie schnell sich ein einziger Kommentar unter einem Post dazwischen schiebt. Oder ein Anruf von einem Lieblingskunden dann doch zu Prio 1 wird. Und was ist mit Kindern und Krankheiten, Verkehr, Freundinnen mit Liebeskummer oder ein Ehemann, der gucken kann wie ein trauriger Golden Retriever?


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Jeder gute Plan und jeder geplante Tag werden durchkreuzt von tausend Dingen, oder?

Was hilft? Wie ihr an meiner Entschuldigung gemerkt habt, ist mir das alles nicht egal.
Aber (und das ist ein bewußtes Aber an dieser Stelle!) ich muss auch hier eine richtige Balance finden:

1. Auf der einen Seite dazu lernen, besser und organisierter werden.

Mein Time-Management verbessern. Neue Tools ausprobieren (womit arbeitet ihr eigentlich?). Mir Erinnerungen setzen im Kalender und ggf. mit Post-Its am Kühlschrank nachhelfen. Auch Mitmenschen, die ein Interesse an meinem „Funktionieren“ haben, einspannen. Ich bitte oft um eine kleine Erinnerung vor wichtigen Terminen.

Ich versuche mir mentale Eselsbrücken zu bauen: Wenn meine Deadline für ein Projekt an einem bestimmten Tag ist, versuche ich mir vorzustellen, was am Tag davor sein wird – und die Gedanken an das Projekt und die Deadline an diese anderen Vorstellungen zu knüpfen. Dann habe ich eine größere Chance, das nicht zu verbaseln.

2. Auf der anderen Seite verordne ich mir Gnade mit mir selbst und weniger schlechtes Gewissen.

Ich bin garantiert nicht die einzige, der das passiert. Auch andere Menschen vergessen, auf meine Nachrichten zu antworten oder reißen Deadlines – und wenn es mir wichtig ist, frage ich nicht nur ein zweites Mal nach, sondern so lange, bis ich eine Antwort habe. Es kann wirklich passieren, dass der Alltag so voll läuft, dass wir schlichtweg nicht alles schaffen. Und bevor wir selbst völlig geschafft sind, ist es besser sich selbst zu verzeihen, die Beine hochzulegen und sich ein Stück Pizza vor einer guten Serie zu gönnen.

Oder wie geht ihr damit um? Habt ihr Gnade mit euch selbst, wenn ihr nicht alles schafft, was ihr euch vorgenommen habt?

Oder habt ihr smarte Tools und Hacks, die ihr mit mir teilen wollt?

Liebe Grüße,

Béa

 

 


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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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1 Kommentare

Sabine
Antworten 15. September 2020

Ohhh, wie bekannt mir das vorkommt ... und in der schlimmsten Corona "ich mache 1000 Dinge gleichzeitig wooochenlang" Phase sind mir abends immer noch zig Dinge eingefallen, die ich noch machen wollte, meistens abends, wenn man runterfährt - ganz einfacher Trick:
Stift mit kleiner Lampe dran (in der Gastronomie abgeschaut) und Block neben dem Bett.

Ansonsten helfen gute Freunde, die einem nicht böse sind, sondern wertfrei erinnern.

Und ich habe mit meinem Mann gleich mehrere Messenger-Gruppen ("Termine" - "Einkaufszettel" - ...) und ich schicke ihm auch mal einen Link, eine Telefonnummer oder irgendwas mit dem Hinweis "kannst du ignorieren, muss es nur schnell zwischenspeichern" :o)
Wir sind gerade dabei MS One Note (#natürlichunbezahlteWerbung) für die Familien- und Hausorganisation einzuführen, nutzen wir beide auch im beruflichen Umfeld.

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