„Ich muss mal eben noch schnell…“ Wie ich jetzt wieder bewusster darauf achte, zu entschleunigen


In den letzten Monaten habe ich mich wieder des Öfteren erwischt beim: „Ich muss mal eben noch schnell…“ sagen oder denken. Und ich habe jetzt mal bewusst darauf geachtet, was das in mir auslöst: Unruhe und Widerwillen. Ich bin gestresst und unruhig, wenn ich das denke. Deswegen habe ich vor einigen Wochen beschlossen, wieder achtsamer dafür zu werden.

Kennt ihr das auch? „Ich muss eben noch schnell einkaufen!“

Oft geht es bei mir dann im Laufschritt in den Supermarkt. Zack, lustlos durch die Gänge, vielleicht schon die nächsten Aufgaben im Kopf und der leise Unmut: „Ich bin genervt!“

Seit zwei Wochen achte ich nun wieder mehr darauf:

1. Für jeden Einkauf eine Liste erstellen, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

Meinem Kopf wird dadurch bewusst, dass ich mir gleich die Zeit nehmen werde einzukaufen.
So wird aus meinem „schnell“ schon ein konkreter Plan und ich fahre runter. Ich vergesse dadurch auch weniger. Denn das war eine Nebenwirkung von „eben mal schnell einkaufen“.

2. Den Weg zum Geschäft achtsam wahrnehmen.

Anstatt meine Umgebung kaum zu registrieren – entdecke ich jetzt doch öfter wieder das eine oder andere Schöne und freue mich darüber.

3. Auch an der Kasse trampele ich jetzt nicht mehr so ungeduldig, wenn es mal wieder länger dauert.

Ich konzentriere mich auf meine Umgebung oder auf mich und meinen Atem. Nach so einer kleinen Meditation mitten im Supermarkt bin ich zufriedener und auch klarer.

4. Bewusst zu Hause ankommen!

Zu Hause wird ausgepackt (natürlich erst die Hände gewaschen) und dann nehme ich mir ein wenig Zeit, bis ich das Nächste angehe.

So viel zum Thema „Ich gehe mal schnell einkaufen…“

Eigentlich wollte ich mir mit „schnell etwas erledigen“ mehr Zeit für andere Dinge verschaffen und habe letztlich nur noch mehr Gedanken in meinen Kopf geladen. Selbst wenn ich mich dann irgendwann auf meine fünf Buchstaben gesetzt habe, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mich wirklich entspannen konnte.


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Wie oft fliegen Momente am Tag an mir vorbei und ich nehme sie nicht richtig wahr? Und das immer noch, trotz all der erlernten Achtsamkeit?

Ich drücke also noch ein wenig mehr auf die Bremse.

– Mehr Zeit für alles einplanen, wenn nicht sogar die doppelte Zeit.

Das schafft mehr Raum im Kopf und ich gehe Dinge viel konzentrierter und ruhiger an.
Wenn ich dann doch schneller fertig bin als geplant: Zeit für Pause!

Multitasking habe ich schon lange aufgegeben und behalte das bei

– Alles, was ich tue tue ich bewusster und etwas langsamer.

Das bedeutet nicht, dass ich in Zeitlupe lebe. Mir ist aufgefallen, wenn ich bewusst etwas langsamer mache und auch spreche, bin ich viel achtsamer. Mein Sprechtempo versuche ich in wichtigen Gesprächen um ca. 25 % zu reduzieren.

– Bei jedem Gespräch bin ich NUR in diesem Gespräch.

Das bedeutet: kurz tief atmen und fokussieren und dann mich voll auf mein Gegenüber
einlassen. Gerade für Gespräche mit meinen Kindern ist mir das sehr wichtig. Alles andere bleibt dabei liegen.

Es fühlt sich gut an, immer weiter aus diesem: höher, schneller, weiter, effizienter – auszusteigen. Immer mehr in immer weniger Zeit zu schaffen: Ich möchte das nicht mehr für mich.

Eine Weile bin ich wieder etwas in alte Gewohnheit gerutscht, trotz täglicher Meditation. Es tat mir und meinem Körper nicht gut. Wenn ich jetzt merke, ich bin wieder zu unruhig oder ich höre mich sagen: „Ich muss mal eben schnell noch…“ Dann lege ich mir meine Hand auf meinen Bauch, schließe meine Augen und atme mehrmals tief ein und aus. Fühle jeden Atemzug unter meiner Handfläche und richte meine gesamte Aufmerksamkeit darauf. Das entschleunigt und ich kann mich wieder mit meiner Achtsamkeit verbinden.

Habt ihr schon mal versucht, alles etwas langsamer anzugehen? Wie sind eure Erfahrungen damit?

Und ja, ich bin mir durchaus bewusst, während der Arbeitszeit vieler Menschen ist das leider schwierig.

Eure mindfulsun


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