20 Sätze, die nicht helfen – vor allem Menschen in schwierigen Situationen


Leute, das ist ein schneller Blogpost. Ich fange eine Sammlung an: Sätze, die zwar nett gemeint sind, aber kleinen und großen Menschen in schwierigen Situationen einfach nicht helfen. Sondern eher kontraproduktiv sind. Sozusagen Schlag-Sätze.

Hier sind Sätze, die nicht helfen:

1. Reiß dich einfach mal zusammen!

2. Sei spontan!

3. Versuch‘ nicht daran zu denken!

4. Du musst dich einfach nur ausschlafen!

5. Anderen geht es viel schlechter!

6. Das wird schon. Wirste sehen.

7. Es gibt keinen Grund, schlecht drauf zu sein.

8. Denk nicht so viel nach.

9. Mach mal Urlaub und entspann‘ eine Runde.

10. Deine Sorgen hätt‘ ich gern!

11. Bist ja selbst Schuld. Alternativ: Das kommt davon/Das hast du nun davon!

12. Hör auf zu jammern / flennen / heulen… etc.

13. Wer weiß, wofür das gut ist!

14. Kopf hoch!  …oder noch schlimmer, aus der Abteilung dumme Sprüche: „Zähne hoch, Kopf zusammenbeißen!“

15. Da führt nun mal kein Weg dran vorbei.

16. Das tut doch gar nicht weh! (darüber haben wir einmal extra gebloggt)

17. Nimm dir mal ein Beispiel an …

18. Hab dich nicht so/Stell dich nicht so an!

19. Laß dich nicht so gehen/hängen.

20. Du musst dich nur mehr anstrengen.

Und, welche sind eure Sätze, die nicht helfen?

Was hilft Menschen in schwierigen Situationen? Meiner Erfahrung nach erst zuhören, und dann die ganz einfache Frage:

„Was brauchst du gerade?“

Die Menschen sind ja nicht doof, wenn es ihnen schlecht geht. Selbst wenn sie ganz schnell sagen: „Ich weiß es nicht!“…. etwas später werden sie es wissen. Und wenn sie nicht vorher durch eines der Sätze von oben bereits das Vertrauen in euch verloren haben, werden sie euch schon sagen, was ihnen am meisten hilft.

Und noch eine Anmerkung: Ich selbst bin nicht gut darin, nur eine Schulter zum Ausweinen zu sein. Mein Gehirn produziert automatisch Lösungen für Probleme (ich habe euch ja schon von meinem Mathe-Lehrer, der immer vier Lösungsansätze wollte). Ich muss mich erstmal bremsen, um mein gegenüber nicht mit Lösungsansätzen platt zu machen. Und das tue ich…. meistens. Weil ich inzwischen gelernt habe, dass je besser ich zuhöre, was das Problem wirklich ist, auch meine Lösungen besser werden!

Was ich dabei auch gelernt habe, ist, dass es besser ist, nicht die eine Lösung zu präsentieren, sondern eine Auswahl. Meistens hilft den Menschen einfach nur das Gefühl, dass es wirklich Optionen gibt – und eine Vielzahl von Lösungen regt sie ja meistens an, selbst eine ganz neue zu finden, die passgenau ist für ihre Probleme.

Wie helft ihr eigentlich, wenn es Menschen nicht gut geht?

Liebe Grüße,

Béa

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Sandra
Antworten 14. August 2018

Meine persönliche Erfahrung mit diesen Situationen ist ja, dass ich in 90% der Fälle auf die Frage „Was brauchst du gerade?“ ne blöde Antwort bekomme. „Eine Million auf dem Konto würde mir reichen!“ „Schick mir mal nen Zauberer vorbei.“ usw.
Da ich mich aber mittlerweile weigere ein seelischer Mülleimer zu sein, weil sich da nur jemand auskotzen will und an Lösungen oder Hilfe nicht interessiert ist während mein Hirn auch immer gleich in den Lösungssuchmodus springt, greife ich durchaus zu den Sätzen oben. Da ist ein „Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Zeiten.“ als Trost gemeint.
Unter Freunden sieht das allerdings ganz anders aus. Da ist die Frage nach den Bedürfnissen und die komplette Redezeit eine Selbstverständlichkeit. Das dürfte aber daran liegen, dass unter uns ein besonderes Vertrauensverhältnis herrscht, in dem Hilfe auch angenommen werden kann.

Ich finde, da wird in diesen Artikeln viel zu wenig differenziert. Ich fühle mich ja mittlerweile echt gedrängt jedem zuzuhören und den psychologischen Ersthelfer in Reinkultur zu geben. Dazu habe ich alllerdings so gar keine Lust, denn ich mag mich gern abgrenzen und meine Kräfte selbstbestimmt einsetzen.

Katja Engwicht
Antworten 15. August 2018

Wo ich immer eine Hals krieg ist:"Kann nicht mal deine Nachbarin aufs Kind aufpassen!" Bin alleinerziehend und mir fehlt oft früh morgens, so um 5hbis 7h oder nach 16.30h bis 19h die Randbetreuung für mein Grundschulkind.

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