Warum wir uns selbst feiern und loben sollten – vor unseren Kindern!


„Toll gesungen auf dem Schulkonzert, jetzt gibt’s dein Lieblingseis!“


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„Das hast du super gemacht, du bist echt gut im Zeichnen!“

„Woooow, du kannst händefrei Fahrrad fahren, und das durch unebenes Gelände, ist das cool!“

– so etwas sagen wir mit Freude unseren Kindern. Und es kommt gut an!

Aber wie oft loben und feiern uns selbst?

Wie oft sagen wir auch mal über uns selbst, dass wir etwas gut gemacht haben, wir oft feiern wir auch kleine Etappen von dem was wir uns vorgenommen haben. Ein Tweet von mindfulsun, die ab und zu auch hier Beiträge schreibt, brachte mich zum nachdenken über dieses Thema.

Ich bin ein eher selbstbewußter Mensch!

Ich vertraue in meinem Fähigkeiten und schäme mich auch nicht, mich zu „verkaufen“ im Sinne von „Ich bin gut und schnell, her mit der Arbeit und ich möchte auch anständig bezahlt werden.“. Kein Problem damit. Ich stehe mit gestrecktem Rückgrat vor Kunden, mache mich 2 cm größer und überzeuge. Das habe ich meinem Kind gut vorgemacht.

Aber den Lob erwarte ich von anderen

Von meinen Kunden, von euch als LeseriInnen, von meinem Mann Oliver (der ein ausgezeichneter Lober ist!). Aber damit sind sie die Instanz, und ich warte auf ihr bzw. euer Urteil, um zufrieden mit mir zu sein.

Und auch ich kenne das Sprichwort: „Eigenlob stinkt“! Aber auch das kann man reflektieren: Eigenlob stinkt nur, wenn ich es scheinheilig tue. Wenn ich es in der Absicht tue, meine Mitmenschen damit zu manipulieren… zum Beispiel wenn ich versuche, von einem Fehler abzulenken, anstatt es frank und frei zuzugeben.


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Wenn wir uns nicht auch mal selbst loben und feiern, lernen unsere Kinder womöglich eins: Abhängig zu sein vom Urteil anderer. Was für eine Note erhalte ich? Was wird meine Freundin über mein neue Kleid sagen? Wie laut jubeln die anderen Kinder, wenn ich ein Tor geschossen habe? Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Das fühlt sich gut an, wir sind Gemeinschaftstierchen und die Meinung anderer über uns macht uns schon aus. Aber ausschließlich?

Es ist gut, wenn unsere Kinder Vorbilder mit einem inneren Kompass und einer inneren Instanz haben.  Ihre Vorbilder, das sind wir, die Eltern. Daher meine Anregung:

Lasst uns alle mehr darauf achten, dass wir uns selbst feiern und loben!

Freut auch über Dinge, die euch nur selbst betreffen, vor eueren Kindern. Sagt ruhig auch mal:

„Ich habe heute super im Job präsentiert, deswegen gibt’s jetzt ein Eis!“

„Ich habe heute ein kniffeliges Problem im Job gelöst, ich bin echt gut!“

„Ich schaffe es schon seit drei Wochen jeden Morgen zu meditieren und bin stolz auf mich, dass ich meine eigenen Ziele erreiche!“

So etwas. Das werden sich Kinder abgucken, und das trägt auch zu dieser Sache bei mit den positiven Gefühlen.

Lasst uns zusammen das Sprichwort abwandeln: „Eigenlob stimmt!“ statt „Eigenlob stinkt!“

Was meint ihr, wie oft lobt und feiert ihr euch auch mal selbst?

(übrigens, kleiner Schlenker zum Titelfoto: Meine geliebte Ma hat mir immer verboten, aus Flaschen zu trinken. Und nach ihrem Tod habe ich mich immer damit getröstet, dass ich jetzt ungestört aus Flaschen trinken kann. Ich konnte mir dann immer vorstellen, wie sie dann doch etwas schmunzelt, auf der Wolke.)

Liebe Grüße und… cheers!

Béa

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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