Das große Ausmisten (Teil 2): 8 gute Gründe für weniger Spielzeug


Ganz klar, ein Zimmer voller Spielsachen ist toll. Es bietet so viel Abwechslung, dass für Langeweile keine Zeit bleibt – möchte man meinen. Und trotzdem bin ich für weniger Spielzeug. Ich bin dafür, die Kinderzimmer zu entrümpeln und den Kindern nur ein paar der jetzt gerade für sie wichtigsten Spielzeuge zur Verfügung zu stellen.

Ich selbst halte es so mit den Sachen meiner Kinder. Wie es dazu kam, könnt ihr in meinem ersten Teil zum Thema Ausmisten noch einmal nachlesen.

Aber warum soll es überhaupt Sinn machen, die Kinderzimmer auszumisten?

Welchen Sinn soll es machen, den Kindern damit weniger Spielmöglichkeiten anzubieten?

Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht und 8 gute Gründe für euch zusammengetragen:

1. Ordnung halten leicht gemacht

Je mehr wir besitzen, desto aufwändiger ist es, Ordnung zu halten. Fällt das deinem Kind schwer? Schaut gemeinsam, ob es Dinge gibt, auf die es verzichten kann und sortiert aus. Mit weniger Spielzeug fällt das Aufräumen gleich viel leichter. Und du musst dich weniger über die Unordnung deines Kindes ärgern.

2. Kreativität entdecken

Weniger Spielzeug veranlasst die Kinder, ihr Fantasie zu benutzen. Steht nicht alles fertig und spielbereit im Zimmer parat, finden die Kinder eigene Wege. Dann wird aus einem Tuch schon mal ein Tragetuch für die Puppe und aus einem Pappkarton ein Bauernhof.

3. Ausdauer und Konzentration fördern

Die Aufgabe unseres Gehirns ist es, Informationen zu erfassen und nach ihrer Wichtigkeit zu filtern. Zu viele Reize auf einmal im Kinderzimmer sorgen für permanente Ablenkung. Das Spiel wird häufiger unterbrochen und nicht zu Ende geführt. Die Kinder „springen“ häufig zwischen ihren Spielsachen hin und her.

Reduziert man das Spielzeug und damit die Reize, haben die Kinder es deutlich leichter, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Auf einmal können sie sich so richtig in ihrem Spiel verlieren.

Die Fähigkeit sich zu konzentrieren ist unabdingbar für ein positives Lernerlebnis.

4. Geduld entwickeln

Sind mehrere Kinder da, bedeutet weniger Spielzeug, dass man teilen und zugleich auch mal abwarten muss, bis man an der Reihe ist. In solchen Situationen lernen die Kinder sehr viel leichter, mit dem Frust des Wartens umzugehen.

Dieses Warten kann sogar noch deutlich länger dauern. Nämlich dann, wenn das Kind einen bestimmten Wunsch hegt. Kinder die nicht ständig und sofort ihre Wünsche erfüllt bekommen, können dieses Warten sehr gut aushalten.

5. Mehr Wertschätzung für die eigenen Sachen (und für die Sachen anderer)

Kinder, die weniger besitzen, die geduldig auf ihr Spielzeug warten mussten, lassen ihren Habseligkeiten deutlich mehr Wertschätzung zukommen. Hierbei können sie auch viel von uns Eltern lernen. Wie gehen wir mit unseren eigenen Sachen um? Laufen wir gleich los und kaufen neu, wenn uns etwas kaputt geht oder weil der neue, größere Fernseher besser ist als der, den wir uns erst vor zwei Jahren gekauft haben?

6. Alternativen entdecken

Weniger Spielzeug im Kinderzimmer veranlasst die Kinder eher dazu, sich auch mit ruhigeren Beschäftigungen auseinanderzusetzen. Das fördert das Interesse zum Bespiel am Lesen, Malen, Basteln und später auch das Interesse am kreativen Schreiben.

7. Ein besseres Körpergefühl entwickeln

Ein kleineres Spielangebot im Haus lockt die Kinder häufiger vor die Tür. Dort eröffnen sich völlig neue Spielwelten. Perfekt, wenn draußen die Natur wartet. Dort können sie ganz neue Materialien und Untergründe ausprobieren, andere Geräusche entdecken, barfuß laufen, auf Bäume klettern, durch Sand und über Wiesen laufen.

8. Für mehr Nachhaltigkeit und Markenbewusstsein

Natürlich möchte die Industrie die Kunden an ihre Marken binden. Das ist nicht verwerflich, doch leider fängt das schon bei den Kleinsten an. Zum einen lassen sich hier zumindest die Jüngeren durch weniger und vor allem gezielten TV-Konsum noch gut lenken. Und zum anderen ist es dank weniger Spielzeug möglich, mehr in hochwertigere Marken und damit in Nachhaltigkeit zu investieren.

Spielsachen sind wichtig, keine Frage.

Sie prägen die Wertvorstellungen und Vorlieben unserer Kinder. Sie fördern die Entwicklung ihres Sozialverhaltens. Und darauf haben wir als Eltern, die wir unseren Kindern das Spielzeug zur Verfügung stellen, einen ganz großen Einfluss. Das Projekt „Spielzeugfreier Kindergarten“ geht sogar noch einen Schritt weiter und entfernt für einen begrenzten Zeitraum das Spielzeug ganz und gar aus der Kita.

Wie ist das bei euch? Könnt ihr euch vorstellen, weniger Spielzeug in den Zimmern eurer Kinder zuzulassen? Oder praktiziert ihr das bereits selbst? Was spricht für euch dafür und was dagegen?

Liebe Grüße

Eure Doro

Doro
About me

Vom Stadtkind zur Landmama. Heimwerkerin und Basteltante, Bücherratte und Bilderdenkerin. Gnadenloser Optimist. Nachteule und Langschläfer. Immer neue Flausen im Kopf. Single-Mom in einem 4-Kinder-Haus und Vollzeit im Beruf. Büroflüchtling, wann immer ich kann. Verliebt in den Himmel und die Magie von Büchern ... Und irgendwann schreibe ich selbst ein Buch.

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