Extreme Aggressivität – Ist das noch eine normale Trotzphase?


Liebe Schwarmintelligenz, welche Erfahrungen und Tipps habt ihr für diese Mutter, die mit ganz extremen Reaktionen ihres Sohnes täglich zu kämpfen hat? Ist das Trotzphase, was meint ihr?

Sie schreibt:

Mein Sohn (4) hat seit ca. 2 Wochen gaaanz schlimme Bockanfälle.

Und damit meine ich nicht die typischen im-Supermarkt-aufn-Boden-Schmeißen-und-um-sich-strampeln Fälle, sondern viel schlimmer.

Es sind banale Kleinigkeiten, die es auslösen. Wenn ihm klassisch etwas gegen den Strich geht. Er will noch TV gucken, aber ich mache aus. Oder wir müssen los und er will nicht. Es sind aber auch „Sachen“ die es auslösen. Die Lok auf seiner Schiene fällt um (ich bin garnicht um Zimmer!) und er kommt zu mir, knallt die Tür, dass der Putz bröckelt, schreit mich an: „Blöde Mama! Du bist nicht mehr meine Freundin! Arschloch!“, spukt mich an, haut und zwickt.

So geht es immer. Wegen Kleinigkeiten. Ich hab es schon probiert mit Bestrafung, zurück schreien, ins Zimmer schicken, ruhig bleiben, argumentieren, ignorieren. Nichts holt ihn runter. Ich weiß nicht mehr weiter!

Das hat doch nichts mehr mit normaler Trotzphase zu tun?!

Er schreit wie ein Irrer minutenlang, manchmal eine Stunde! Er kreischt richtig, dass das ganze Dorf es hört. Die denken noch, wir murksen ihn ab. Er lässt sich durch nichts beruhigen. Pullert vor kreischen ein und schreit mich an „Jetzt hab ich wegen dir eingepullert!“ 😳

Oder er hat das Sofa kaputt gemacht. Rennt in sein Zimmer und schreit: „Böse Mama! Du hast das Sofa kaputt gemacht!“
Ich saß garnicht drauf! Papa fragt ihn, wer es war (er hatte es mitbekommen). Dann lügt mein Kind: „Mama war’s“ und zack wieder schreien. Diesmal eine halbe Stunde.

Ich habe am Donnerstag einen regulären Termin bei der Kinderärztin. Ich wollte ihr das mal erzählen. Vielleicht ist er krank. Vielleicht auch eine Form von ADHS???

Ich könnte selber heulen 😥 .

Ich mache alles. Wahrscheinlich zu viel… zu viel umsorgen… zu viel geschenkt…. zu viel….

Vielleicht ist es ein Hilferuf?

Mithelfen habe ich auch schon probiert. Ihm im ruhigen Ton erklärt, dass man die Lok wieder hinstellen kann. Einfach von vorn spielen. Zum Beispiel. Keine Chance. Das Schreien geht dann schon los. Selbst wenn man „Schokolade“ sagen würde, er schreit nur noch lauter. Hört das Gesagte garnicht. Kommt auch von alleine nicht mehr runter. Egal welche Strafen wir ihm androhen. Fernsehverbot, Naschverbot, Bahnhofverbot (er ist Eisenbahnverrückt).

Ja sogar seinen über alles geliebten Stoffbären hab ich ihm aus Verzweiflung mal weg genommen. Hat auch nichts gebracht. Was will er mir damit sagen? Was fehlt ihm? Ich habe in den letzten Wochen verstärkt ihn viel alleine machen lassen. Er soll selbstständiger werden. Ich bediene ihn nicht mehr rund um die Uhr. Er darf klettern und matschen, alles. Aber Aufmerksamkeit kann ihm doch auch nicht fehlen oder? Ich hol ihn vom KiGa ab. Fahr mit ihm jeden Tag an den Bahnhof. Dann isst er was daheim und im Garten spielen wir zusammen. Ich setz mich ja nicht mal hin und lese oder so, sondern beschäftige mich immer mit ihm. Wir sind viel draußen. Er hat täglichen Kontakt mit Oma und Opa. Bei denen rastet er auch so aus. Nur im KiGa und in der Öffentlichkeit nicht.

Was denkt ihr als erfahrene Mütter, ist das normale Trotzphase und gibt sich wieder oder nicht?

Wir werden eure Antworten zusammenfassen. Ihr könnt hier im Blog kommentieren, oder bei FB gleich eure Erfahrungen zum Thema: „Extreme Aggressivität – Ist das noch eine normale Trotzphase? “

Und wer anonym bleiben möchte, schickt uns am besten eine PN über den Messenger: https://m.me/tollabea 

(übrigens, dann fragt euch das Ding, ob ihr News von uns erhalten wollt… Ein „Ja, geht klar, würde uns freuen!)

Liebe Grüße,

Béa

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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7 Kommentare

Franziska
Antworten 27. Juni 2018

Ich denke, dass das eine normale trotzphase ist. Aber schon sehr stark.
Es ist sehr anstrengend für die Eltern es auszuhalten und auch blöd, wenn der Junge sogar das Sofa kaputt macht.
Ich habe leider auch wirklichen Tipp. Aushalten und hoffen , dass er bald weniger aggressiv reagiert.
In den Wald gehen oder Meditation, klangschalen...
Mein 4. Kind ist sehr ähnlich wie der beschriebene junge. Nur erst 23 Monate alt. Er hat auch eine sehr aggressive autonomiephase. Er flippt auch aus , wirft sich hin, schreit stundenlang, beißt und kratzt mich...manchmal weiß ich auch nicht mehr, wie ich am besten reagiere. Ich versuche auch Auslöser zu vermeiden. Z.b. Autofahren. Er lässt sich fast nicht anschnallen und steigt mir aus jedem Kindersitz raus und brüllt.
Deswegen gehen wir öfters in den Wald.das beruhigt.
Ich wünsche der Mutter ganz viel Ausdauer und Verständnis von allen Seiten und dass diese heftige Phase bald vorbei geht.

Steffi
Antworten 27. Juni 2018

Bei uns war es das gleiche. Ich habe eine 4 jährige Tochter mit sehr starken trotz an fällen. Türen werden zugeschlagen und geschrien. Kostet mich und meine grosse Tochter viele nerven. Haben alles ausprobiert aber am besten hat geholfen sie in den arm zu nehmen und einfach nur lieb haben. Sie beruhigt sich dann schnell und tut ihr oft leid. Liebe grusse und viel geduld

zaziki
Antworten 27. Juni 2018

Gibt es eine bestimmte Tageszeit, in der das Verhalten vermehrt auftritt?
Wie schläft das Kind nachts? (unruhig vielleicht oder zu kurz?)
Gibt es bestimmte Nahrungsmittel, die er davor zu sich genommen hat?
Wir waren sogar bei der Erziehungsberatung weil wir uns nicht mehr zu helfen wussten.
Am Ende war es eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die das Kind so eingeschränkt hat, dass es zum einen nur sehr schlecht geschlafen hat und dadurch vollkommen übermüdet war, zum anderen den Zuckerstoffwechsel so durcheinander gebracht hat, dass unser Kind nicht mehr klar denken konnte.
Quasi ab Tag 1 der zuckerfreien Diät waren die Wutanfälle so gut wie vorbei.
Wenn sie nun ab und zu auftauchen ist es immer noch unangenehm für alle, aber es reguliert sich viel schneller und wir können danach in Ruhe über das Problem sprechen.

Lars
Antworten 28. Juni 2018

Die Frage ist wie reagieren die Eltern in solchen Situationen?
"Er lässt sich durch nichts beruhigen"
Welche Angebote zur Beruhigung gab es denn?

Kathi
Antworten 20. Juli 2018

Halte ich für ausgeprägte aber normale Phase in dem Alter. Im Kindergarten macht er es nicht, nur zu Hause und bei den Großeltern, da wo er weiß er wird bedingungslos geliebt, wo er sich fallen lassen kann. Ich würde versuchen, ich weiß es ist schwer, klar zu machen ( in einer entspannten Situation) das Sofa zerstören etc. um die Wut raus zu lassen nicht geht. Stadtdessen etwas anderes zum abreagieren suchen. Boxsack, großes Kissen etc. Wäre es etwas in Richtung "Störung", oder ein "Erziehubgsfehler" würde sich das Verhalten nicht auf zu Hause oder Oma und Opa beschränken. Ich glaube da hat keiner einen Fehler gemacht, zu viel verwöhnt oder zu wenig oder viel Aufmerksamkeit. Er wird größer, er versteht mehr, neue Herausforderungen, das will erst mal verdaut werden.

Franziska
Antworten 9. September 2018

Ich habe schon mal einen Kommentar hinterlassen und tue es wieder.
Denn mir ist gerade in den Sinn gekommen, dass mein inzwischen 4,5 Jahre alten Sohn auch so extreme Wutanfälle hätte , als er 4 war. So um seinen Geburtstag rum. Er hat auch mir für alles die Schuld gegeben und mich geschlagen, u.s.w. Aber das hat mit 4 und 4 Monate wieder aufgehört und jetzt ist er ein ganz einfühlsamer, lustiger, schlauer und sozialer junge.

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