Von kreischenden kleinen Weihnachtselfen im Kopf – und wie man sie im Zaum halten kann


Dieser Beitrag von mindfulsun ist mein Highlight zu Weihnachten, weiß ich jetzt schon. Einfach lesen, schmunzeln und die Weihnachtselfen in den Griff bekommen. Viel Spaß!

Von kreischenden kleinen Weihnachtselfen im Kopf – und wie man sie im Zaum halten kann

Dass die Weihnachtszeit für viele von uns Stress bedeutet, darüber brauche ich mich jetzt nicht auslassen.
Viele von uns haben in dieser Zeit noch mehr zu tun als sonst und alles läuft auf Hochtouren – Körper und der Verstand. Und obwohl ich seit fast einem Jahr nun täglich meditiere, haben sie mich heute Nacht um 3 Uhr auch eingeholt: Hunderte Weihnachtselfen, die in meinem Kopf herumturnten, wild durcheinander brüllten und sie wollten sich einfach nicht beruhigen.

„Was haben wir noch zu tun? Was kochen wir? Wo fangen wir an? Schaffen wir das alles oder versagen wir?“

… und viele weitere Fragen stürmten auf mich ein. Ich wurde unruhig und hatte sogar ein wenig Bauchweh, an Schlaf war da nicht mehr zu denken.

Und dann erinnerte ich mich an verschiedene Strategien, die ich irgendwann mal gelernt habe, um genau damit zurechtzukommen:

1. Jegliches Horrorszenario als Film vor dem inneren Auge ablaufen lassen, sich vielleicht einen Fernseher oder eine Leinwand vorstellen.

OK, also für mich Slapstick in schwarz-weiß, à la Charlie Chaplin! Nun stellte ich mir eben vor, wie ich inmitten all der Weihnachtsvorbereitungen, Haare raufend, Plätzchen verbrennend durch die Wohnung renne. Wie die Familie dann mit entsetzen Blicken vor leeren Tellern sitzt und mich anklagend anschaut.

Sofort waren die Gedanken nicht mehr ganz so schlimm! Wer mag, kann dem Film sogar einen Titel verpassen. Gerne auch humorvoll: „Wie ich das Weihnachtsfest in den Sand setzte.“

2. Wenn die Gedanken keine Ruhe geben wollen, einfach vertonen! Ich habe mir ein Weihnachtslied ausgesucht und damit die Gedanken untermalt.

Auch das hilft, damit es sich nicht allzu unangenehm anfühlt. Wichtig ist eben: Keine Mediation, kein Yoga, kein Ritual wird helfen unsere Gedanken einfach dauerhaft abzuschalten. Sie laufen im Hintergrund den ganzen Tag mit. Als mein Film dann zu Ende war, habe ich mich bei meinem Verstand bedankt. Alles fühlte sich plötzlich nicht mehr so bedrohlich an.

3. Was auch sehr gut gegen Stress hilft und um die kreischenden Weihnachtselfen im Kopf etwas im Zaum zu halten, ist Atmen – Tief einatmen durch die Nase, durch den Mund wieder aus.

Wer sich keine Zeit zum Meditieren nehmen möchte oder da noch nicht ausreichende Übung hat: Atmen hilft, um zur Ruhe zu kommen. Die Gedanken im Kopf anerkennen, sich allerdings nicht daran festbeißen. Stellt Euch einfach dabei vor, Eure Gedanken wären Schneeflocken, die Ihr beobachtet. Sie werden vom Himmel fallen, daran könnt Ihr nichts ändern. Lasst sie einfach wirbeln und atmet dabei ruhig weiter.

Diese Übung kann man auch gern zusammen mit dem Kind machen. Rücken an Rücken auf den Boden setzen und atmen. Sich darauf einlassen, wie es sich anfühlt, wenn das Atmen synchron wird. Ein wunderbares Geschenk und sehr beruhigend für beide, ganz ohne Geschenkpapier!

Was immer wichtig ist, ist Selbstfürsorge. Und damit meine ich nicht nur, sich etwas Besonderes zu gönnen.

Eine gesunde Ernährung ist auch in der Weihnachtszeit für mich sehr wichtig. Natürlich erliege ich auch der einen oder anderen Versuchung und nasche mal ein Stück Schokolade oder ein Plätzchen. Nur dieses „Jetzt gönne ich mir mal richtig was, nach Weihnachten kann ich dann wieder mehr darauf achten!“ gibt es für mich nicht mehr. Für mich war das mehr oder weniger eine Ausrede, um mir unkontrolliert Süßkram einzuverleiben.

Ich weiß, dass ich genauso auf meinen Körper wie auf meine Psyche achten muss. Da hier die kleinen Weihnachtselfen im Kopf sehr oft brüllen: „Ich hab jetzt Appetit! Los, und zwar sofort!“ koche ich eben vor und habe ausreichend gesunde Nahrungsmittel im Haus. Geht dann das „Füttere mich“ Gebrüll im Kopf los, greife ich einfach trotzdem zu gesunden und ausgewogenen Mahlzeiten.

Hier auch ein kleiner Kniff – kann man auch laut vor sich hin sprechen: „Natürlich bekommst du gleich was zum Naschen, bin schon dabei!“ Die nervigen Weihnachtselfen im Kopf sind dann zu perplex sich weiter zu rühren, wenn der Chia Pudding mit etwas Obst oder Mandelmus Smoothie im Mund landet – statt der ersehnten Schokolade und Lebkuchen.

Weihnachtselfen im Kopf austricksen!

Das Gleiche gilt für Bewegung an der frischen Luft. Ich weiß sehr genau, für meine Gesundheit sind ausgedehnte Spaziergänge sehr wichtig. Allerdings haben die Kobolde im Kopf da oft eine andere Idee und skandieren lauthals im Chor: „Sofa, Netflix, Kakao!“ Nur zu gerne möchte ich dann nachgeben. Ich sage dann zu ihnen: „OK, jetzt gehen wir in die Küche, holen Kakao und dann machen wir es uns gemütlich!“ Runterzählen von 5, 4, 3, 2, 1 – Bei 2 stehe ich auf, ziehe mich an und verlasse das Haus. Auch hier wieder: Verblüffte Kobolde im Kopf, die dann keine andere Wahl haben, als sich mit mir an der frischen Luft zu bewegen.

Selbstverständlich ist auch an manchen Abenden ein Glas Rotwein drin und Netflix bei Kerzenschein. Dann werden die tobenden Weihnachtselfen im Kopf ganz müde und strecken ihre kleinen Füßchen wohlig entspannt und zufrieden auf dem Sofa aus.

Was auch zur Selbstfürsorge (nicht nur) an Weihnachten gehört: Nein sagen!

Sich nicht überall einbinden lassen, jeder Tradition folgen, einfach weil es schon immer so war. Achtsam in sich rein fühlen: Ist das wirklich notwendig? Gibt es Alternativen?

Oft genug kreischen auch hier die Weihnachtselfen im Kopf sehr laut und sehr aufgeregt, dass bestimmte Dinge nun mal so sind und unbedingt nötig. Dabei ist das nur leeres Gebrüll und entspricht nicht der Wahrheit.

Sich mit den eigenen Werten verbinden – Rituale beibehalten, die wichtig sind – sich von anderen lösen oder sogar neue einführen. Wer sagt denn, dass jedes Weihnachtsfest immer wieder gleich sein muss und bestimmte Dinge nun einfach mal dazugehören?!

Zum Abschluss noch ein Wort zu den Menschen in unserem Umfeld. Natürlich hat fast jeder von uns das Ideal im Kopf: alle zusammen besinnlich, Gelächter, angenehme Unterhaltungen. Doch wissen wir genau, es wird wahrscheinlich nicht so sein. Hier hilft Akzeptanz: Es wird vielleicht auch nicht so schöne Momente geben. Nur genau hier darauf den Fokus legen: Es sind nur Momente!

Mehr dazu – die Fortsetzung – folgt in meinem nächsten Artikel.

Vielleicht konnte ich Euch jetzt ein paar Tipps geben, wie ihr die aufgeregten Weihnachtselfen etwas im Zaum halten könnt. Sie davon abhalten im Kopf zu toben, wild durcheinander zu plappern und lauthals Forderungen zu stellen – einfach unmöglich. Sie dazu zu bringen Pausen einzulegen und etwas ruhiger zu werden, das geht!

Eure
mindfulsun

Was brüllen eure Weihnachtselfen im Kopf so, eigentlich? Und was hilft euch dagegen?

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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